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Alexander von Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo; F. G. Weitsch, 1806 © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg/J. P. Anders
Alexander von Humboldt und Bonpland am Fuß des Chimborazo; F. G. Weitsch, 1806 © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg/J. P. Anders

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Auf Pflanzenjagd im Botanischen Garten der Uni Wien

12.06.2019

Auf Pflanzenjagd mit Humboldt und Co kann man im Botanischen Garten der Universität Wien gehen: Die am 12. Juni eröffnete Ausstellung "Forscher, Sammler, Pflanzenjäger" beleuchtet, wie Tulpe und Hortensie in die Gärten, Flamingoblume und Usambaraveilchen auf die Fensterbank kamen. Im Mittelpunkt stehen jene Männer und Frauen, die in den entlegensten Winkel der Erde Pflanzen sammelten.

Pate der bis Ende Oktober geöffneten Ausstellung, die in über 30 Botanischen Gärten in Deutschland und Österreich gezeigt wird, ist anlässlich seines 250. Geburtstages Alexander von Humboldt, der auf seinen Reisen unzählige Pflanzen sammelte. Er sandte von potenziellen Zier- oder Nutzpflanzen Samen unter anderem an den Berliner Botanischen Garten, wo schon bald darauf die Scharlach-Dahlie (Dahlia coccinea) aus Mexiko oder eine Wildform der Tomate aus Venezuela (Solanum humboldtii) blühten.

Entlang der Hauptallee des Botanischen Gartens beleuchten 15 thematische Tafeln u.a. die Geschichte und die Motive der Pflanzenjagd, exotische Pflanzen als Herrscher-Hobby, das Orchideenfieber und die Frauen unter den Pflanzenjägern. Früheste Belege findet man schon im Alten Ägypten, wo vor rund 3.500 Jahren Myrrhe- und Weihrauchbäume über Hunderte Kilometern transportiert wurden, um den Herrscherhof zu schmücken. Macht, Geld und wissenschaftliche Neugier waren die Haupttriebfedern der Pflanzenjagd.

Weitere im Botanischen Garten verstreute Ausstellungstafeln widmen sich einzelnen Pflanzenjägern. Beispielsweise Carolus Clusius (1526-1609), der unter Maximilian II. die kaiserlichen Gärten in Wien leitete, Rosskastanie und Kartoffel nach Österreich einführte und die Tulpe in Holland etablierte. Oder Hermann Wendland (1825-1903), der aus Ostafrika eine bis dahin unbekannte Pflanze erhielt, sie 1893 als Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha) beschrieb und aktiv ihre Vermarktung als Zimmerpflanze betrieb.

Service: Ausstellung "Forscher, Sammler, Pflanzenjäger" vom 12.6. bis 31.10. im Freigelände des Botanischen Gartens der Universität Wien. Eine Broschüre zur Ausstellung und ein Orientierungsplan sind beim Gartenportier erhältlich. Internet: http://www.botanik.univie.ac.at/hbv/

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