Natur & Technik

Irmgard Fuchs (li.) und Daniela Drobna © VRVis
Irmgard Fuchs (li.) und Daniela Drobna © VRVis

#CoronaAlltag: Die Welt der Forschung in den eigenen vier Wänden

12.05.2020

Irmgard Fuchs und Daniela Drobna, Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung (VRVis)

Am 13. März 2020 haben wir im VRVis die Zettelberge auf unseren Schreibtischen in unsere Taschen gestopft, unsere VPN-Verbindungen noch einmal getestet und sind nach Hause gefahren, um ab sofort von dort aus weiterzuarbeiten. Ungewohnt waren der Ort und natürlich die Umstände. Unverändert blieb aber unsere Mission: Forschung und Innovation sichtbar und verständlich zu machen. Heute mehr denn je. Denn die Corona-Situation hat nicht zuletzt eines ganz deutlich gezeigt: Forschung und Wissenschaft haben eine enorme Relevanz für die Gesellschaft.

Unsere Wissenschaftskommunikation arbeitet seit Jahren daran, die ambitionierte Forschung des VRVis der Öffentlichkeit vorzustellen. Ein Satz, den wir in unserer Arbeit häufig verwenden, lautet: "Visual Computing hilft, Leben zu retten." Wir schreiben diesen Satz besonders gerne, weil er nicht nur treffend, sondern wahr ist: für die Simulationssoftware Visdom, deren Hochwasser-Simulationen in Zeiten der Klimakrise von größter Bedeutung sind, ebenso wie für unsere Künstliche-Intelligenz-gestützten Lösungen für die Medizin und Life Sciences. Und natürlich für etliche Forschungsprojekte mehr, über die wir an anderer Stelle gerne mehr erzählen, z.B. auf unserer neuen Homepage, die in den Wochen der Quarantäne entstanden ist.

Forschende haben ihre Arbeit immer bei sich

"Glück im Unglück" ist ein weiterer Satz, den wir uns in unseren PR-Meetings via Skype in den letzten Wochen immer wieder gesagt haben. Denn sowohl unsere Arbeit als auch die der Forschenden des VRVis kann von zu Hause aus (fast) unverändert fortgesetzt werden. Denn Visual Computing braucht wie der Name schon sagt, einen Computer, eine gute Server-Verbindung - und natürlich kluge Köpfe, die kreative und innovative Lösungen finden und neue Wege bestreiten. Die Köpfe sind angewachsen, die Geräte vorhanden: Am VRVis ging und geht die Forschungsarbeit also unverändert intensiv - sowie unverändert vernetzt sowohl innerhalb der Forschungsgruppen als auch mit Projektpartnern weltweit - weiter. Normalerweise würden wir Kommunikatorinnen diese Arbeit jedoch anders miterleben. Wären wir wie sonst am VRVis, würden die Forscherinnen und Forscher in der Früh einfach bei uns vorbeischauen, um uns von ihren letzten Erfolgen und Erkenntnissen zu erzählen, wir würden beim Mittagessen zusammensitzen oder schnell mal unseren Kopf durch die Bürotür stecken, um einen Blick auf neue Simulationen oder Visualisierungen zu erhaschen. Stattdessen schicken wir jetzt Screenshots, E-Mails und Messenger-Nachrichten hin und her. Und da, wo wir sonst schnell mit dem Handy selbst ein Foto geschossen oder ein Video gemacht hätten, müssen die Forscherinnen und Forscher derzeit selbst zur Kamera greifen. Denn ein wichtiger Aspekt von Wissenschaftskommunikation ist nicht zuletzt die Dokumentation, um Einblicke in den Forschungsalltag für die Öffentlichkeit zu ermöglichen.

Doch wo und wie kann man im Lockdown Forschung vermitteln?

Natürlich bleiben in einer Kommunikationsabteilung auch trotz Corona viele Arbeitsabläufe gleich: Medien werden unverändert kontaktiert, die Social-Media-Kanäle bleiben die gleichen, und auch die Forschung selbst bleibt selbstverständlich, was sie ist. Trotzdem bricht für uns gewohnter Content weg oder verändert sich: Konferenzen fallen aus oder werden virtuell abgehalten, Presseaussendungen mit mehreren Partnern benötigen mitunter sehr viel mehr Vorlaufzeit, bei Interviews muss die Technik stimmen usw. Für uns wichtige Events des Wissenstransfers wie das "Wiener Forschungsfest" oder "Die Lange Nacht der Forschung" fallen derzeit ebenso flach wie insgesamt die direkte Nachwuchsförderung über Praktika, die uns am VRVis ein großes Anliegen ist. Allen diesen Herausforderungen müssen wir durch geeignete und oft auch kreative Kommunikationsmaßnahmen begegnen, die auch längerfristig greifen. Die Möglichkeiten, die das Internet für die Vermittlung bietet, sind zum Glück vielfältig - und von Videos auf unserem Youtube-Kanal über eine starke Social-Media-Präsenz bis hin zu unserer nigelnagelneuen Homepage bespielen wir am VRVis schon jetzt Tag für Tag viele sehr leicht zugängliche Kanäle. Dabei merken wir auch deutlich, dass unsere Inhalte auf großes Interesse stoßen. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise, in der die Bedeutung von Forschung und Wissenschaft in der Gesellschaft sichtbarer denn je geworden ist. So gesehen ist unsere Arbeit im Moment spannender als jemals zuvor, denn es gibt einen globalen Drang nach Erkenntnis und Innovation. Und wir sprechen mehr als gerne darüber!

Über die Autorinnen: Mag. Daniela Drobna leitet seit 2017 die Kommunikationsabteilung der VRVis Forschungs-GmbH. Daniela Drobna studierte Kommunikationswissenschaft sowie Germanistik und ist auf Kommunikation im IT- und Technologie-Bereich spezialisiert. Seit 2019 verstärkt Mag. Irmgard Fuchs die Wissenschaftskommunikation des VRVis. Zuvor einige Jahre als freischaffende Autorin und Lektorin tätig, ist ihr die niederschwellige Vermittlung von innovativer Forschung ein großes Anliegen.

Service: Dieser Gastkommentar ist Teil der Rubrik "Corona - Geschichten aus dem Krisen-Alltag" auf APA-Science: http://science.apa.at/CoronaAlltag. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim Autor/der Autorin.

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