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Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva) auf Johannisbeere © Johann Neumayer
Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva) auf Johannisbeere © Johann Neumayer

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Der neu konstituierte "Österreichische Wildbienenrat" fordert eine Forschungs- und Bildungsoffensive

02.03.2020

An der Universität Salzburg konstituierte sich kürzlich der "Österreichische Wildbienenrat". Die derzeit 14 Mitglieder - Expertinnen und Experten für Insekten, Bestäubungsökologie und Biodiversität - fordern dringend ein allgemeines Umlenken: Bestäuberschutz ist ein Gebot der Stunde!

Die Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, dass in Österreich der Schutz von bestäubenden Insekten in Privatgärten, auf Agrarflächen und bei der Pflege öffentlicher Flächen ein prioritäres Thema wird. Ein Umdenken und Umlenken ist dringend geboten, denn die Weiterführung der bisherigen Praxis sägt an unseren Lebensgrundlagen. Insektenbestäubung ist auch für uns überlebenswichtig und ökologisch sowie wirtschaftlich von außerordentlich großer Relevanz. Wir haben eine ethische Verpflichtung, das Aussterben von Bestäubern hintanzuhalten. Der Schutz von Bienen hilft übrigens auch vielen weiteren tausend Tier- und Pflanzenarten.

Mehr Forschung dringend notwendig

Wie dramatisch die Situation der Wildbienen ist, zeigen Daten aus Deutschland, die direkte Rückschlüsse auf Österreich zulassen. Da viele mitteleuropäische Bienenarten nur in Österreich vorkommen, hat Österreich beim Schutz der Wildbienen eine besonders wichtige Rolle.

Für eine Detailbeurteilung der Situation und damit auch für zielgerichtete Schutzprioritäten und Maßnahmen fehlen in Österreich allerdings belastbare aktuelle Grundlagen. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten gibt es keine Rote Liste der 700 österreichischen Bienenarten. Der "Österreichische Wildbienenrat" fordert dringend die Erstellung einer solchen Roten Liste wie auch die Einrichtung eines fundierten Monitorings nach dem Vorbild Deutschlands und der Schweiz. "Wer die Landschaft so intensiv nutzt, wie wir es tun, muss die Folgen für die Artenvielfalt erkennen können", sind sich die Fachleute einig.

Artenkenner gefragt

Es gibt nicht nur bei den Wildbienen nur noch wenige Menschen, die die Arten kennen, unterscheiden und zuverlässig bestimmen können. Nicht zuletzt, weil das kaum mehr Inhalt von schulischen und universitären Lehrplänen ist. Angesichts der besorgniserregenden Entwicklung der Biodiversität braucht es aber genau diese Expertinnen und Experten. Deshalb ist es höchste Zeit für eine Ausbildungsoffensive!

Der "Österreichische Wildbienenrat" unterstützt die Ausbildung Interessierter durch Bestimmungskurse, Führungen, Exkursionen sowie durch Schulprojekte und auch über Online-Plattformen wie www.naturbeobachtung.at. Besonders wichtig sind u.a. auch gut betreute Museumssammlungen, frei verfügbare Literatur und Detailfotografien. Weiters bietet der Wildbienenrat eine Anlaufstelle, um bei Fragen kompetent Auskunft zu geben und um Falschinformationen vorzubeugen.

Für Rückfragen stehen gerne zur Verfügung:

Zur Kampagne "Wild auf Bienen":

Mag. Christine Pühringer, christine.puehringer(at)naturschutzbund.at, 0662 642909 15

Für Fragen zum Wildbienenrat:

Für Fragen zum Wildbienenrat: Dr. Johann Neumayer, jneumayer@aon.at, 0660 9339772

Quelle: Newsletter der Universität Salzburg

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