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Die Breite des Korridors variiert zwischen zehn und 50 Kilometern © APA (Stangl)
Die Breite des Korridors variiert zwischen zehn und 50 Kilometern © APA (Stangl)

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Entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs floriert die Natur

07.11.2019

Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer und somit das wohl endgültige Ende des Eisernen Vorhangs zum 30. Mal. Auch das "Grüne Band" feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Der Eiserne Vorhang hat durch sein striktes Sperrgebiet einen 12.000 Kilometer langen Streifen Natur hinterlassen, der vor allem nach 1989 zu einem wichtigen Biotopverbund-System geworden ist.

"Das Grüne Band ist ein Friedensprojekt und ein Symbol für das vereinte Europa," sagte Christine Pühringer von Naturschutzbund in einem Interview für die APA. Unter dem Motto "Grenzen trennen, Natur verbindet" vereine das Grüne Band 24 Länder Europas von Norwegen bis Bulgarien. Das Grüne Band ist 12.000 Kilometer lang und wird als eine "Perlenkette" bezeichnet, da es keine einheitliche Linie bildet, sondern aus unzähligen unterschiedlich großen Landstücken besteht.

Die Naturschutzorganisation Green Band Association definiert das Grüne Band als "die Gesamtfläche der Gemeinden, die sich direkt am Grünen Band Europa befinden oder mit ihrem Mittelpunkt in einem bestimmten Korridor um das Grüne Band Europa liegen". Die Breite des Korridors variiert zwischen zehn Kilometern in Mitteleuropa bis 50 Kilometern am Balkan und 20 Kilometern an der Ostsee. Mit nahezu 1.300 Kilometern nimmt Österreich einen beträchtlichen Teil am Grünen Band ein. 151 Gemeinden in fünf Bundesländern teilen sich den Streifen mit den Nachbarländern Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Deutschland und Italien. Etwa die Hälfte des Grünen Bands in Österreich ist Wald und ein Drittel des Gebiets liegt unter dem Schutz von Natura 2000.

Einbindung der lokalen Bevölkerung wichtig

Für die Erhaltung des Grünen Bandes seien die Einbindung der lokalen Bevölkerung und der Ausbau von nachhaltigen Tourismusformen wie Wanderungen und Vogelbeobachtung wesentlich. Das Besondere an diesem grünen Streifen Europas ist die Rückkehr seltener Tier- und Pflanzenarten. So sehe man in den vergangenen Jahren im Norden Österreichs immer wieder Elche, die über das tschechische Grenzgebiet eingewandert seien. "Das Flaggschiff für das Grüne Band ist hierzulande die Wilde Katze", sagte Pühringer. Wilde Katzen würden nicht mehr nur im Nationalpark Thayatal vorkommen, sondern vermehrt auch im Burgenland.

"Das Grüne Band ist ein Naturschutzprojekt, aber auch ein großes Friedensprojekt", so Pühringer. Der "größte Lebensraumverbund der Welt" verbinde die Menschen und mache die früher berüchtigten Grenzgebiete heute zu etwas durchaus Positivem.

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