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Fadenwürmer-Weibchen halten sich Männchen nur als Aktivator

14.03.2019

Fadenwürmer-Weibchen pflanzen sich ungeschlechtlich fort, kommen aber nicht ganz ohne Männchen aus. Sie brauchen männliches Sperma für die Aktivierung ihrer Eizellen, pfeifen aber meist auf das Erbgut darin, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Auf diese Art unterhalten sie eine rein weibliche Linie ohne jegliche Männer-Gene. Die Studie erschien im Fachjournal "Science".

Das Team um Marie Delattre von der Universität Lyon (Frankreich) untersuchte das Sexualleben von "Mesorhabditis belari" Fadenwürmern, die sie aus dem Boden und von verrottenden Pflanzen gewannen. Die Forscher entdeckten, dass die Weibchen sich zu 91 Prozent "klonen". Sie produzieren Eizellen, die zwar von männlichem Sperma aktiviert werden mussten, doch richtig befruchten dürfen die Spermazellen die Eizellen nicht. Ihre Gene bleiben draußen. Dadurch sind die Weibchen das einzige Geschlecht bei den Fadenwürmern, das sich aktiv fortpflanzen kann.

Weil die Fadenwurm-Weibchen aber nicht ganz ohne die Männchen überleben können, verwenden sie bei neun Prozent der Eizellen doch deren DNA. Aus derart befruchteten Eiern wurden dann Männchen, deren Linie strikt von den asexuellen Weibchen (ohne männliche DNA) getrennt ist. Sie sind bloß dazu da, Sperma zu produzieren, so die Forscher. Damit dies den maternalen Würmern maximal nützt, müssen die Männchen vor allem ihre Schwestern befruchten, erklären sie. Inzucht entsteht dadurch freilich keine, denn das Erbgut mischt sich ja sowieso nicht. An der Studie war auch Claire Burny beteiligt, die aktuell am Institut für Populationsgenetik der Veterinärmedizinischen Universität Wien forscht.

Service: http://dx.doi.org/10.1126/science.aau0099

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