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Federnde Stufen erleichtern Senioren den Aufstieg

12.07.2017

Mit speziell gefederten Treppenstufen sollen vor allem Senioren in Zukunft deutlich kraftsparender auf- und absteigen können. Die Hilfe wurde von Forschern der Missouri University of Science and Technology entwickelt und soll eine günstige und gesündere Alternative vor allem zu Treppenliften darstellen.

Die Metallfedern speichern beim Abstieg des Bewohners die Energie, die dieser auf die Stufen abgibt und geben sie beim Aufstieg wieder zurück. So spart er beim Weg nach oben Kraft. Ältere Menschen sollen so länger in den eigenen vier Wänden bleiben können.

Im Online-Fachjournal "Plos One" stellen die Wissenschafter um Yun Seong Song einen Prototyp vor. Die Stufen hängen dabei an Metallfedern befestigt in einem stabilen Aluminium-Rahmen. Diese Konstruktion kann den Forschern zufolge ohne großen Aufwand auf bestehende Stiegen aufgebaut werden. Die oberste Stufe der Treppenhilfe schließt dann mit dem oberen Etagenboden ab.

Beim Hinuntergehen werden die Stufen nach unten gedrückt und rasten dort etwa auf Höhe der ursprünglichen Stufe in einen elektromagnetischen Riegel ein, so dass sie nicht gleich wieder hochschnellen. Die Federn sind nun gespannt.

Entlastung für die Knie

Beim Aufstieg gibt der Elektromagnet eine Stufe immer dann frei, wenn der erste Fuß auf die nächsthöhere Stufe gestellt wird. Dann ziehen die Federn das Trittbrett sanft nach oben und unterstützen beim nächsten Schritt. Messungen hätten ergeben, dass auf diese Weise vor allem die Knie entlastet werden, schreiben die Forscher in der Studie. Auf den Stufen sind Sensoren angebracht, die anhand des Tritts registrieren, ob jemand hinauf oder hinunter steigt.

Die Wissenschafter sehen in ihrer Erfindung einen deutlichen Vorteil im Vergleich zu teuren Aufzügen. "Aufzüge und Treppenlifte ersetzen den Treppenaufstieg komplett, selbst wenn die Nutzer dazu körperlich noch in der Lage wären", schreiben die Autoren in der Studie. Das trage dazu bei, dass die Kräfte noch schneller nachließen. "Wichtig sind deshalb motorische Hilfestellungen, die dem Menschen die Möglichkeit lassen, Stiegen benutzen zu können", so Studienautor Yun.

Bis die Konstruktion tatsächlich in den ersten Wohnungen eingesetzt werden kann, wird es aber noch dauern. Bei vielen praktischen Situationen im Alltag stößt der Prototyp noch an Grenzen. Bisher sei es etwa nicht möglich, den Härtegrad der Federn zu verändern, ohne sie auszuwechseln, teilen die Autoren mit. Das könnte aber nötig werden, wenn etwa mehrere Menschen mit unterschiedlichem Körpergewicht in einem Haushalt leben.

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