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Fisch-Überlebenskünstler: Blinde Höhlensalmler im Haus des Meeres

12.10.2017

Der Blinde Höhlensalmler ist ein wahrer Überlebenskünstler. Der Süßwasserfisch, der in den Gewässern Mexikos vorkommt, hat sich seinem Leben in den Höhlen angepasst. Die Tiere besitzen nach unzähligen Generationen im absoluten Dunkel weder Augen noch die bunte Färbung ihrer Vorfahren. Der ungewöhnliche Fisch ist im Haus des Meeres in Wien zu sehen.

Ein großes Rätsel war für Wissenschafter bisher immer, wie es diese Fische schaffen, in einem so kargen Umfeld zu überleben, denn Nahrung ist dort absoluter Mangel und oft liegen Monate zwischen zwei Mahlzeiten. Genetiker der Harvard Medical School fanden nun heraus, dass neben einem üblichen Anwachsen des Bauchspecks auch in der Leber Fett gespeichert wird. Dieses Phänomen ähnelt auffallend dem Symptom einer krankhaften Veränderung, wie sie im Zusammenhang mit Diabetes beim Menschen auftreten kann. Allerdings wird die Fischleber dabei nicht im Geringsten geschädigt.

Aufgrund dieser Erkenntnisse sah sich Wissenschafter Cliff Tabin auch andere Aspekte im Vorfeld einer Diabetes-Erkrankung im Stoffwechsel dieser Fische an, berichtete das Haus des Meeres am Donnerstag in einer Aussendung. Und tatsächlich, Höhlensalmler erlauben ihrem Körper hohe Blutzuckerschwankungen, ähnlich wie sie eben auch im Vorfeld einer Diabetes Typ 2 Erkrankung beim Menschen auftreten.

Bei der Nahrungsaufnahme wird bei diesen Fischen also Energie in Form von Glukose im Blut gespeichert und bei Bedarf abgerufen. Die Ursache für dieses höchst ungewöhnliche Phänomen - diese Fische lassen also eigentlich krankhafte Zustände in ihrem Körper zu und ziehen sogar Nutzen daraus - liegt in einer einzigartigen Mutation des Insulin-Rezeptor-Gens der Zellen begründet, die die Muskelzellen insulinresistent macht. Weitere Adaptionen verhindern offenbar nachteilige Auswirkungen auf den Organismus. Die amerikanischen Forscher machen sich nun Hoffnungen, längerfristig aus dieser Anpassung der Fische einen Therapie-Ansatz für Diabetespatienten und gegen Fettleibigkeit zu entwickeln.

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