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Viele natürliche Ökosysteme leiden durch Landwirtschaft an Wassermange © APA
Viele natürliche Ökosysteme leiden durch Landwirtschaft an Wassermange © APA

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Forscher: Klimaschutz muss Ernährungssicherheit nicht gefährden

13.05.2019

Unbedachter Klimaschutz könnte 160 Mio. Menschen weltweit Hunger bringen. Mit geringen finanziellen Anstrengungen könne man dies aber verhindern, so Forscher des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) im Fachjournal "Nature Sustainability". Um nicht Unmengen bewässern zu müssen, sollte man zudem die Landwirtschaft teils von trockenen in regenreichere Regionen verlagern.

Ein Team um Shinichiro Fujimori vom IIASA in Laxenburg bei Wien untersuchte, ob Klimaschutzmaßnahmen die Ernährungssicherheit gefährden. Dies könne durchaus passieren, wenn man sich ausschließlich um den Klimaschutz kümmert, zum Beispiel massiv Biomasse für die Energieherstellung produziert sowie vormals landwirtschaftlich genutzte Flächen aufforstet, und alles andere außer Acht lässt.

Bis zu 160 Millionen Menschen weltweit wären dann zusätzlich vom Hunger gefährdet. Diese "schädlichen Nebenwirkungen" könne man aber mit geringem finanziellen Aufwand vermeiden, schreiben die Forscher: Wenn man 0,18 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts etwa in die Agrarförderung für einkommensschwache Länder steckt und damit Lebensmittelhilfen an von Hunger gefährdete Bevölkerungen organisiert.

Der Umwelt mehr Wasser lassen

Amandine Pastor und Amanda Palazzo vom IIASA analysierten in einer weiteren Studie mit Kollegen, ob man die natürlichen Wasservorkommen weltweit nicht besser schützen könnte, indem man weniger Felder künstlich berieselt. "Bewässerung wird oft als Wunderwaffe für die Ernährungssicherheit angesehen, weil man damit auch in Gegenden und Zeiten ohne ausreichend Niederschlag Ertrag produzieren kann", erklärte sie der APA. Der Ressourcenaufwand sei aber immens: 70 Prozent des weltweit entnommenen Frischwassers werden zur Bewässerung von Getreide und anderen Feldfrüchten genutzt, rund 40 Prozent der Lebensmittel stammen von bewässerten Flächen. Viele natürliche Ökosysteme würden dadurch an Wassermangel leiden.

Man könnte sehr wohl mehr Wasser der Umwelt lassen, sagt sie. In manchen Gegenden müsste man dafür aber die Landwirtschaft aufgeben oder die Bewässerung ausschließlich dem Regen überlassen. Um die dadurch entstehenden Verluste auszugleichen, sollte man in niederschlagsreichen Regionen die Produktion steigern und den Handel mit den Feldfrüchten verdreifachen, damit sie gut aufgeteilt werden. Außerdem wäre es sinnvoll, wenn man in regenarmen Gebieten keine Sorten mehr anbaut, die viel Wasser benötigen, sondern auf passendere Varietäten umstellt.

Service:
Studie über den Einfluss von Klimaschutzmaßnahmen auf Ernährungssicherheit: http://dx.doi.org/10.1038/s41893-019-0286-2;
Studie über Nutzung der globalen Wasservorkommen: http://dx.doi.org/10.1038/s41893-019-0287-1

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