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Geschmolzene Gesteinsplaneten sind größer als feste

09.10.2019

Heiße, geschmolzene Gesteinsplaneten jenseits unseres Sonnensystems lassen sich womöglich leichter aufspüren als feste. Denn in flüssiger Form sind sie etwas größer und besitzen oft ausgedehnte Gasatmosphären. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Uni Bern.

Am 8. Oktober kürte das Nobelpreis-Komitee die Schweizer Entdecker des ersten Planeten außerhalb des Sonnensystems, eines Gasriesen, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Gasriesen - ähnlich dem Jupiter - bilden die Mehrheit der seither entdeckten Exoplaneten.

Schwierige Entdeckung

Gesteinsplaneten ähnlich der Erde sind schwieriger zu entdecken und zu beobachten, weil sie deutlich kleiner sind. Dabei macht es einen Unterschied, ob die Gesteinsplaneten heiß und geschmolzen oder abgekühlt und fest sind, wie Forschende um Dan Bower von der Universität Bern berichten.

Denn geschmolzene Gesteinsplaneten dürften etwas größer sein als ihre festen Pendants, berichten die Wissenschafter im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics". Ihren Berechnungen zufolge wäre eine geschmolzene Erde rund fünf Prozent größer als die feste.

Grund dafür ist, dass sich unter extremen Bedingungen im Planeteninneren geschmolzenes Material anders verhält, wie die Uni Bern mitteilte. Ein geschmolzenes Silikat nehme mehr Volumen ein als der entsprechende Festkörper, und das mache den Planeten größer, so Bower.

"Könnten irgendwann bewohnbar werden"

Zwar sind heiße Gesteinsplaneten zu unwirtlich für Leben, sind aber für Astronomen äußerst interessant: "Die Untersuchung dieser Objekte ist wichtig, da viele, wenn nicht sogar alle Gesteinsplaneten ihr Leben als geschmolzene Brocken beginnen", erklärte der Astrophysiker Bower. "Einige davon könnten irgendwann bewohnbar werden wie die Erde." Für die spätere Entwicklung seien Prozesse während der "Babyjahre" eines Planeten bedeutend.

Die Größendifferenz zwischen festen und flüssigen Gesteinsplaneten ließe sich mit heutigen Beobachtungsinstrumenten feststellen, schrieb die Uni Bern. Insbesondere auch mit dem Weltraumteleskop "Cheops", das noch dieses Jahr starten soll.

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