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Bei der Herstellung entstehen weniger als ein Zehntel der Treibhausgase © APA (dpa)
Bei der Herstellung entstehen weniger als ein Zehntel der Treibhausgase © APA (dpa)

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"Großes Potenzial": Pflanzlicher Fleischersatz hat bessere Ökobilanz

01.07.2020

Im Vergleich zu konventionell erzeugtem Fleisch haben pflanzliche Fleischersatzprodukte laut dem deutschen Umweltbundesamt oft eine bessere Umweltbilanz und ein "großes Potenzial". "Fleischersatz könnte eine große Rolle bei einer umweltschonenderen und auch gesünderen Ernährung spielen", sagte Behörden-Präsident Dirk Messner.

Im Vergleich zu Rindfleisch entstehen laut einer Studie des Bundesamts bei der Herstellung von pflanzlichen Ersatzprodukten zum Teil weniger als ein Zehntel der Treibhausgase. Auch der Wasser- und Flächenverbrauch sei um ein Vielfaches geringer, da Pflanzen wie Weizen und Soja nicht erst als Tierfutter genutzt werden, sondern ohne große Umwege auf dem Teller landen.

Gesundheitliche Vorteile

Insbesondere Fleischersatzprodukte, die wenig verarbeitet sind, könnten auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen: Für eine gesunde und nachhaltige Ernährung empfiehlt die sogenannte EAT-Lancet-Kommission maximal 15 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr. Laut Umweltbundesamt liegt der tatsächliche Fleischkonsum in Deutschland mit etwa 60 Kilogramm deutlich darüber, in Österreich ist es sogar um einige Kilogramm mehr.

Die größten Probleme mit dem pflanzlichen Fleischersatz sieht das Umweltbundesamt bei der Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung und den politischen Rahmenbedingungen. "Solange der Preis der Lebensmittel aber nicht auch die Umweltschäden widerspiegelt, wird das billige Nackensteak noch länger den Vorzug vor einem Sojaschnitzel bekommen", sagte Messner.

Ersatzprodukte auf Insektenbasis schneiden bei der Studie etwas schlechter ab. Gegenüber Rind, Schwein und Huhn sei die Ökobilanz aber immer noch besser, da Insekten Futtermittel effizienter verwerten könnten. Auch sogenanntes In-Vitro-Fleisch, also Fleisch aus dem Reagenzglas, wurde erfasst. Hier seien die Umweltauswirkungen schwer abzuschätzen, da es noch nicht am Markt verfügbar sei, so das Bundesamt.

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