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Klimawandel treibt Plankton nordwärts

23.05.2019

Die Erwärmung der Weltmeere durch den Klimawandel lässt das Plankton nach Norden wandern. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung, die im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht wurde.

Demnach suchen die winzigen Lebewesen, die am Beginn der Nahrungskette im Meer stehen, gezielt kältere Gewässer auf. Lukas Jonkers von der Universität Bremen bezeichnete diese Planktonwanderung als "sehr besorgniserregenden" Trend.

Die untersuchten tierischen Plankton-Organismen seien durch die Menschheit aus ihrem natürlichen Zustand verdrängt worden, sagte der Hauptautor der Studie. Selbst, wenn es gelinge, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, habe der Temperaturanstieg eine tiefgreifende Wirkung auf Ökosysteme in aller Welt, erklärte Jonkers.

Überreste auf dem Meeresboden untersucht

Für die Studie hatte Jonkers mit seinen Kollegen die Überreste untersucht, die nach dem Tod bestimmter Planktonarten auf den Meeresboden herabsinken. Diese harten Hüllen sammeln sich auf dem Boden und zeigen so, welche Arten wann in welchen Meeresgebieten gelebt haben.

Anhand von Bodenproben aus den Jahren 1978 bis 2013 konnten die Forscher zeigen, dass in vielen Gebieten heute Planktonarten im Norden vorkommen, die zuvor nur in südlicheren Gewässern zu finden waren. So leben heute in der Nähe von Grönland Plankton-Arten, die zu vorindustriellen Zeiten noch deutlich weiter südlich anzutreffen waren.

Für die Studie wurden fast 4.000 Bodenproben untersucht. Tierisches Plankton bildet das Hauptnahrungsmittel unter anderem für Wale, Pinguine, sowie für zahlreiche Fische und Seevögel.

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