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Gemeinden im Fokus der Diskussionen in der TU Wien © APA (OTS/Gemeinde Afritz)
Gemeinden im Fokus der Diskussionen in der TU Wien © APA (OTS/Gemeinde Afritz)

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Konferenz zu Reduktion von Katastrophenrisiken in Österreich

12.06.2018

Die Zahl der Naturkatastrophen hat in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Das wurde zum Start der Konferenz "Gemeinden und Naturgefahren" in der TU Wien mehrmals betont. 100 Fachleute aus verschiedenen Bereichen diskutieren bis Dienstag (12.6.) die nationale Umsetzung des Rahmenplans des UNO-Gipfels von Sendai 2015 zur Reduktion von Katastrophenrisiken.

"Das Sendai-Rahmenprogramm der Vereinten Nationen hat das Ziel, im Zeitraum 2015 bis 2030 weltweit Aktionen zu setzen, die das Katastrophenrisiko minimieren. Dabei ist wichtig, dass alle Akteure eingebunden sind, von der regionalen über die nationale bis zur internationalen Ebene", betonte Michael Staudinger, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die das Programm für Katastrophenvorsorge der Vereinten Nationen (International Strategy for Disaster Risk Reduction/UN-ISDR) in Österreich koordiniert.

Besseres Risikomanagement in Gemeinden

Erörtert werden bei der zweitägigen Konferenz etwa Fragen, wie das Wissen zu Risiken kommuniziert werden soll und Bürger verstärkt eingebunden werden können oder wie Kooperationen zur Stärkung der Gemeinden im Risikomanagement beitragen können. An dem Prozess beteiligen sich Gemeinden, Länder, Ministerien und Einsatzorganisationen sowie Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und Firmen, die im Bereich von Katastrophenschutz und Prävention tätig sind.

Die Gemeinden spielen beim Risikomanagement insofern eine große Rolle, als dass Katastrophen wie Unwetter oft sehr regional beschränkt sind. "Die Messnetzdichte in Österreich ist nicht in der Lage, jedes Ereignis zu erfassen", erläuterte Staudinger, obwohl es 270 Stationen der ZAMG und rund 800 weitere Stationen vom hydrografischen Dienst gibt. Jede Gemeinde ist anders, daher gilt es rechtzeitig Risiken zu erkennen, zu bewerten und passende Lösungen für die spezifische regionale Situation zu entwickeln.

Katastrophe begründet eigene Zeitrechnung

Dass lokale Katastrophen die betroffene Bevölkerung nachhaltig prägen, bestätigte Anton Mattle, Bürgermeister der Tiroler Gemeinde Galtür, wo im Jahr 1999 mehr als 30 Menschen durch eine Lawine ums Leben kamen. "In Galtür spricht man auch heute noch davon, ob etwas vor oder nach dem Ereignis gewesen ist", sagte er in seinem Eröffnungsstatement. "Es gibt eigene Zeitrechnungen in Gemeinden."

Takashi Kawamoto vom Europa-Büro des UN-ISDR betonte, dass heuer ein gemeinsames Monitoringprogramm zur Umsetzung des Rahmenplans von Sendai in den einzelnen Ländern gestartet wurde. "Bisher haben 23 Staaten in Europa ihre Berichte gesendet", sagte er und lud Österreich ein, dem auch nachzukommen. Auch zur Kooperation mit den Nachbarländern rief Kawamoto auf. "Katastrophen kennen keine Landesgrenzen", betonte der UNO-Vertreter.

Service: Austrian Strategy for Disaster Risk Reduction: www.isdr.at; UN-ISDR: www.unisdr.org

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