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Länder haben enormen Einfluss auf Verlust von Böden

02.12.2019

Die Menschheit verliert derzeit mehr Boden als neuer entsteht. Unklar ist, inwieweit Länder die Erosion ihrer Böden beeinflussen. David Wüpper und Robert Finger von der ETH Zürich haben diese Frage zusammen mit Pasquale Borelli von der Universität Basel untersucht. Durch Satellitendaten und Modelle zeigen die Wissenschafter, welche Rolle politische Grenzen spielen.

Auf der Basis hochaufgelöster Fernerkundungsdaten modellierten die Forscher Erosionsraten und trugen diese auf eine Karte in Kilometerquadrate ein, wie die ETH mitteilte. Auf einer zweiten Karte modellierten sie die mögliche natürliche Erosionsrate. Dabei zeigte sich deutlich der Unterschied zwischen aktueller und natürlicherweise auftretender Erosion. Dies zeigt, wie stark Länder ihre Bodenerosion beeinflussen, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature Sustainability".

Politische Grenzen verdeutlichen Effekt

Besonders deutlich wird der Ländereffekt entlang von politischen Grenzen. "Die Rate, mit der Böden erodieren, hängt stark davon ab, auf welcher Seite einer Grenze und somit in welchem Land der Boden liegt", wurde Wüpper in der Mitteilung zitiert.

Den Effekt illustrieren die Forscher anhand des Extrembeispiels der Insel Hispaniola, auf der sich Haiti und die Dominikanische Republik befinden. Wie die Berechnungen der Wissenschafter zeigte, verlieren die Böden Haitis entlang der Grenze pro Jahr und Hektare 50 Tonnen mehr Material als die Böden der Dominikanischen Republik. Diese Erosionsdifferenz liegt damit fast 30 mal höher als im weltweiten Durchschnitt.

Im Naturzustand wäre die Insel einheitlich bewaldet und vor Erosion geschützt - natürlicherweise gäbe es keinen sprunghaften Anstieg an der Grenze. Der Sprung sei demnach auf politische Gegebenheiten zurückzuführen, nicht auf naturräumliche Grenzen, so Wüpper.

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