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Hunde unterstützen beim Natur- und Artenschutz © Naturschutzhunde.at
Hunde unterstützen beim Natur- und Artenschutz © Naturschutzhunde.at

APA

Naturschutzhunde stöbern Borkenkäfer und gemeuchelte Greifvögel auf

16.07.2020

Sie suchen Wildkatzenkot, Greifvögel-Kadaver und Käfer in Bäumen: Naturschutzhunde spüren mit ihrem feinen Geruchssinn Objekte auf, die das menschlichen Auge oder technische Geräte kaum ausfindig machen können, erklärte die Biologin Bea Maas vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien und dem Verein "Naturschutzhunde" im Gespräch mit der APA.

Die Hunde unterstützen demnach ihren besten Freund, den Menschen, beim Natur- und Artenschutz: Wenn sie tote Tiere oder Reste von jenen entdecken, hilft das zum Beispiel, Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung aufzudecken, die vor allem im Osten Österreichs stark zugenommen hat, sagte Maas. Ebenso könnte man sie zum "Kollisionsmonitoring" bei Windrädern nach Kadavern von Vögeln und Fledermäusen suchen lassen, um herauszufinden, welche Arten unter welchen Umständen betroffen sind.

Bei Eulen und Fledermäusen sei es für den Naturschutz und die Forschung interessant, ihre Quartiere zu finden. Es gibt auch Hunde, die Kot, Haarbüschel und Geruchsspuren von Wildkatzen- und Luchskot erschnüffeln können, und somit helfen, ihre Verbreitung zu kartieren. Mit dem Aufspüren von Borkenkäfern in Fichten sind sie eine Unterstützung für die Forstwirtschaft, die Suche mit den Hunden hat dort einen wirtschaftlichen Nutzen, so Maas.

Ausbildung für verschiedenste Gerüche

Die Naturschutzhunde lernen in ihrer Ausbildung verschiedensten Gerüchen nachzugehen, erklärt die Forscherin: Etwa jenen von Kot, Tierspuren, Wohnstätten, Federn, Haarbüscheln und Aas. Sie suchen entweder freilaufend oder führen ihren menschlichen Partner an der langen Leine durch Wald und Flur. Entweder wird eine ganze Fläche abgegrast, wie beim Windrad-Kollisionsmonitoring. Oder es wird ein "Transsekt" durchforstet, also Beobachtungspunkte entlang einer geraden Strecke, wie etwa bei der Suche nach Wildkatzen-Hinterlassenschaften.

Haben sie etwas gefunden, zeigen die Hunde es durch Hinsetzen, Hinlegen oder Bellen an. Es ist wichtig, dass sie das Zielobjekt nicht berühren, zerstören oder gar fressen, erklärte Maas. Erstens wollen die Menschen es selber untersuchen und dokumentieren, zweitens wäre das etwa bei vergifteten Greifvögeln für die Vierbeiner gefährlich.

Prüfungsvorschrift für "zertifizierte Teams"

Der in Salzburg ansässige Verein "Naturschutzhunde - Spürhunde im Natur- und Artenschutz" hat mit einem wissenschaftlichen Beirat eine Prüfungsvorschrift für "zertifizierte Teams" erarbeitet. Es wird demnach getestet, ob sie sicher suchen, die Hunde einen Fund sicher anzeigen, und gut "lenkbar" sind, das heißt zum Beispiel, dass sie auch rückrufbar sind, wenn ein Hase vor ihnen davonläuft.

Maas selbst hat sich mit ihrer Flatcoated Retriever Hündin "Watson" auf die Kadaver-Suche spezialisiert. Als Naturschutzhunde eignen sich alle Rassen, die jeweiligen Individuen müssen nur gerne mit ihren Menschen zusammenarbeiten und Spaß an der Suche haben. Bei den Menschen sind jene geeignet, die ihre Vierbeiner ausschließlich auf freundliche Art mit positiven Methoden trainieren.

Service: https://www.naturschutzhunde.at

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