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Welches Bitumen eignet sich für welchen Einsatzzweck? © APA (dpa)
Welches Bitumen eignet sich für welchen Einsatzzweck? © APA (dpa)

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Neues CD-Labor will Bitumen besser verstehen und optimieren

17.11.2020

Bitumen spielt als Asphaltbestandteil und Dichtungsmaterial eine wichtige Rolle im Bauwesen. Ein neues Christian Doppler(CD)-Labor an der Technischen Universität (TU) Wien will die zum Teil noch mit Methoden aus dem 19. Jahrhundert arbeitende Forschung an dem Werkstoff ins 21. Jahrhundert bringen. Gemeinsam mit den Unternehmenspartnern wollen die Forscher Bitumen besser verstehen, es optimieren und nach Möglichkeiten suchen, altes Bitumen zu regenerieren und zu recyceln.

Das aus Erdöl gewonnene Bitumen verändert seine Eigenschaften je nach Temperatur und Belastung stark. Bei großer Hitze fließt es wie Honig, bei großer Kälte ist es spröde und hart wie Eis. Auch der Kontakt mit Luft oder UV-Strahlung lässt Bitumen altern.

Um besser zu bewerten, welches Bitumen sich für welchen Einsatzzweck eignet, wie das Material möglichst unbeschadet jahrzehntelang bestehen und sein Recycling am besten gelingen kann, wurde an der TU Wien das neue "CD-Labor für Chemo-Mechanische Analyse von bituminösen Materialien" eröffnet. Ziel sei, ein grundlegendes Verständnis des Zusammenspiels zwischen Zusammensetzung, Struktur und mechanischem Verhalten von Bitumen zu gewinnen.

Forschung auf den Stand des 21. Jahrhunderts bringen

"Es gibt heute noch Methoden für die Untersuchung von Asphalt und Bitumen, die schon seit dem 19. Jahrhundert angewendet werden - etwa genau definierte Belastungsversuche mit Nadeln, um den Härtegrad des Materials zu bestimmen", erklärte Bernhard Hofko vom Institut für Verkehrswissenschaften, der gemeinsam mit Hinrich Grothe vom Institut für Materialchemie das Labor leitet.

Die Wissenschafter wollen die Forschung nun "auf den High-Tech-Stand des 21. Jahrhunderts bringen", um fundierteres Wissen über den Werkstoff zu sammeln. Das soll einerseits helfen, die Alterung zu verlangsamen und haltbareren Asphalt zu ermöglichen, andererseits soll es auch gelingen, altes Bitumen zu regenerieren und zu recyceln.

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Unternehmenspartnern. Das sind im konkreten Fall die OMV, Villas Austria und Pittel+Brausewetter.

Service: http://go.apa.at/JTggRLoX

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