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Kroatische Gebirgseidechse möglicherweise häufiger als vermutet © Christoph Riegler
Kroatische Gebirgseidechse möglicherweise häufiger als vermutet © Christoph Riegler

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Österreichs seltenste Eidechse könnte nicht so selten sein

16.01.2017

Die Kroatische Gebirgseidechse gilt als seltenste Eidechse Österreichs. Die erst 1986 in Österreich entdeckte Art wurde bisher nur an ein paar Dutzend Fundstellen in Südkärnten und Osttirol nachgewiesen. Dass sie häufiger als bisher angenommen vorkommt, will die Zoologin Karin Ernst in einem Forschungsprojekt zeigen, das vom neuen Österreichischen Forschungsfonds für Herpetologie gefördert wird.

Ernst, Mitarbeiterin der Herpetologischen Sammlung am Naturhistorischen Museum (NHM) Wien, teilt sich die Förderung mit den beiden Kognitionsbiologen Eva Ringler und Andrius Pasukonis. Diese wollen bei einer Pfeilgiftfroschart die Rolle von Geruch beim Auffinden von geeigneten Wasserstellen während des Transports von Kaulquappen untersuchen.

Die Förderung in Höhe von 5.000 Euro wurde heuer erstmals vom Tiergarten Schönbrunn und der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) bei der Jahrestagung der österreichischen Amphibien- und Reptilienexperten am NHM vergeben. Sie soll künftig jährlich für Grundlagenforschung an Amphibien und Reptilien mit Österreichbezug bereitgestellt werden.

Möglicherweise Datenlücken

Ernst will im Rahmen ihrer Masterarbeit unter Berücksichtigung bisheriger Fundorte und ökologischer Ansprüche der Art noch unbekannte Lebensräume der Kroatischen Gebirgseidechse (Iberolacerta horvathi) entdecken. Sie geht davon aus, dass Datenlücken existieren. Das hat damit zu tun, dass die Art der Mauereidechse zum Verwechseln ähnlich sieht und es auch Überschneidungen der Lebensräume gibt, sagte Ernst gegenüber der APA. "Man kann sie nur unterscheiden, wenn man sie fängt und vor allem die Nasenschilder untersucht."

Ernst entwickelt daher ein Computermodell, das basierend auf den bisherigen Fundstellen in Österreich und den Ansprüchen der Art potenzielle Habitate liefern soll. Bei Feldstudien an den Orten mit der größten Fundwahrscheinlichkeit will sie ihre These überprüfen, dass die Kroatische Gebirgseidechse, deren nächsten Verwandten die iberische Halbinsel bewohnen, häufiger vorkommt als angenommen. Das wäre auch für den Artenschutz relevant.

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