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CO2-Belastung durch Palmöl-Produktion ist beträchtlich © APA (AFP)
CO2-Belastung durch Palmöl-Produktion ist beträchtlich © APA (AFP)

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Palmöl ließe sich laut Studie auch umweltfreundlicher produzieren

20.11.2019

Eine Studie der ETH Lausanne (EPFL) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt eine nachhaltigere Alternative für Palmöl auf: Nutzt man brachliegende Weiden statt neu abgeholzte Waldflächen, wäre der Anbau über zwei Anbauzyklen hinweg CO2-neutral. Zu diesem Schluss kommen die Forschenden anhand von Messungen an Ölpalmenplantagen in Kolumbien

Die Plantagen in der Region Los Llanos wurden vor 56 Jahren auf Weideflächen gepflanzt. Auch vor der Nutzung als Weide befand sich dort kein Regenwald, sondern Savanne, wie die EPFL in einer Mitteilung schrieb.

Hintergrund: Die CO2-Belastung durch die Palmöl-Produktion ist beträchtlich. Große Regenwaldflächen mussten und müssen weiterhin für dessen Produktion weichen. Die neu dort wachsenden Ölpalmen können den verursachten CO2-Ausstoß nicht kompensieren. Ganz auf Palmöl zu verzichten scheint aber auch keine gute Option: Nicht immer stecken Großkonzerne dahinter, auch das Einkommen hunderter Kleinbauern hängt von der Palmölproduktion ab.

Eindämmen negativer Folgen für die Artenvielfalt

Die Wissenschafter um Juan Carlos Quezada im Fachblatt "Science Advances" berichten, dass die Plantagen - Vegetation und Boden eingeschlossen - etwa gleich viel Kohlenstoff wie die Weiden zuvor speichern. Darin sehen sie eine Chance, die Abholzung des Regenwalds und die damit verbundenen massiven Kohlenstoffverluste und negativen Folgen für die Artenvielfalt einzudämmen: Die großen Erzeugerländer von Palmöl verfügten über Reserven brachliegender Weiden, sagte Alexandre Buttler.

Weiden in tropischen Klimazonen bestehen aus großen Grasflächen mit vereinzelten kleinen Bäumen. Pflanzt man Ölpalmen dicht an dicht, erreiche man auf der gleichen Fläche dank Wurzeln, Stämmen und Blättern der Ölpalmen eine höhere CO2-Abscheidung, schrieb die EPFL. Nach 25 bis 30 Jahren werden die Palmen gefällt und junge Bäume für einen zweiten Anbauzyklus gepflanzt.

Nach der Umwandlung der Weide nähren verrottende Wurzeln und anderes Pflanzenmaterial das Pflanzenwachstum und kompensieren damit ursprüngliche Kohlenstoffverluste, hieß es weiter. Über zwei Anbauzyklen hinweg sei die CO2-Gesamtbilanz somit neutral.

Die Untersuchung war Teil eines interdisziplinären Forschungsprojekts zum Thema Palmöl, das mit finanzieller Unterstützung des Nationalfonds (SNF) Forschende und Organisationen in der Schweiz, Indonesien, Kolumbien und Kamerun vernetzt.

Service: Fachartikellink: https://advances.sciencemag.org/content/5/11/eaaw4418

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