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James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz ausgezeichnet © nobelprize.org
James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz ausgezeichnet © nobelprize.org

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Physik-Nobelpreis 2019 für Kosmologie und Exo-Planeten

08.10.2019

Der Nobelpreis in Physik geht heuer zur Hälfte an den Kanadier James Peebles für Entdeckungen in der "physikalischen Kosmologie" und zur anderen Hälfte an die zwei Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz für die Entdeckung eines "Exoplaneten im Umlauf um einen sonnenähnlichen Stern". Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt.

Die Auszeichnung ist heuer mit neun Millionen Schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert. Übergeben wird der Preis alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Im Vorjahr ging die Auszeichnung zur einen Hälfte an den US-Forscher Arthur Ashkin und zur anderen Hälfte an den französischen Wissenschafter Gerard Mourou und die kanadische Forscherin Donna Strickland. Sie wurden für die Entwicklung präziser Werkzeuge aus Licht geehrt.

Erster Nachweis eines Exoplaneten ausgezeichnet

Der Physik-Nobelpreis wird für "Beiträge zu unserem Verständnis der Evolution des Universums und des Platzes der Erde im Kosmos" verliehen, wie es seitens des Nobelpreis-Komitees heißt. Die Auszeichnung belohne einerseits Erkenntnisse über die Struktur und Geschichte des Universums, andererseits die erstmalige Entdeckung eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Der 84-jährige James Peebles von der Princeton University habe Einblicke in die physikalische Kosmologie geliefert, die das gesamte Forschungsfeld der Kosmologie bereichert hätten. Sein theoretischer Rahmen, den er seit Mitte der 1960er Jahre entwickelt hat, habe zu unserem Verständnis beigetragen, wie sich das Universum nach dem Urknall entwickelt hat.

"Ich habe das nicht alleine geschafft", sagte Peebles nach der Bekanntgabe am Telefon. "Bis in die 1980er Jahre war die Kosmologie ein relativ kleines Feld. Es ist gewachsen - und ich bin mitgewachsen." Neben den Erkenntnissen, für die er nun geehrte werde, dürfe man nicht vergessen, dass er auch "viele falsche Ideen publiziert" habe, sagte Peebles.

Nach dem Urknall-Modell entstand das Universum vor 13,8 Mrd. Jahren und war in dieser ersten Phase extrem heiß und dicht. Seither expandiert das Universum, wird größer und kälter. Rund 400.000 Jahre nach dem Urknall wurde es transparent und Licht konnte durch den Raum reisen. Noch heute ist diese alte Strahlung als sogenannte "Kosmische Hintergrundstrahlung" überall zu finden und birgt viele Informationen über die Geburt des Universums.

Neue physikalische Prozesse entdeckt

Peebles war mit seinen theoretischen Werkzeugen und Berechnungen in der Lage, diese Spuren über den Anfang des Universums zu interpretieren und neue physikalische Prozesse zu entdecken. Die Ergebnisse zeigten, dass die Materie, aus der Galaxien und Sterne bestehen, nur etwa fünf Prozent der gesamten Masse und Energie des Universums ausmachen, der Rest ist weitgehend rätselhaft - Dunkle Materie und Dunkle Energie.

Die zweite Hälfte des Nobelpreises geht an Michel Mayor (77) von der Universität Genf und Didier Queloz (53), der ebenfalls an der Uni Genf und an der Universität Cambridge arbeitet. Sie gaben im Oktober 1995 die erste Entdeckung eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (Exoplanet) bekannt, der den Namen "51 Pegasi b" erhielt. Es handelt sich um einen Gasplaneten, vergleichbar mit dem Jupiter.

Diese Entdeckung habe "eine Revolution in der Astronomie ausgelöst und über 4.000 Exoplaneten wurden seither in der Milchstraße gefunden", heißt es seitens des Nobelpreiskomitees. Unter den neu entdeckten Planeten würden sich "seltsame neue Welten" befinden, in einer unglaublichen Fülle an verschiedenen Größen, Formen und Bahnen. Sie würden die Vorstellungen der Wissenschafter über Planetensysteme herausfordern und sie dazu zwingen, ihre Theorien über die physikalischen Prozesse hinter den Ursprüngen der Planeten zu überdenken.

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