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Michel Mayor and Didier Queloz erhalten Auszeichnung © APA (AFP/Nackstrand)
Michel Mayor and Didier Queloz erhalten Auszeichnung © APA (AFP/Nackstrand)

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Physik-Nobelpreis an Exoplanetenentdecker für ÖAW-Forscher überfällig

08.10.2019

Angesichts des Aufsehens, das die erste Entdeckung eines Exoplaneten 1995 auf sich zog, sei es sehr erstaunlich, dass die beiden Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz erst heuer den Physik-Nobelpreis erhalten. Es sei aber trotzdem "ein Wunder", dass dies nun "endlich" passiert, sagte Luca Fossati vom Institut für Weltraumforschung der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz zur APA.

Es gebe einfach relativ wenige Fragen, die die Menschen wirklich fesseln, so Fossati, der mit Queloz im Rahmen eines ESA-Projekt zusammenarbeitet. Der Gedanke daran, dass es möglicherweise außerirdisches Leben gibt, sei faszinierend, und Entdeckungen, die dazu Erkenntnisse bringen können, entsprechend rar. Dass es nun über 20 Jahre gedauert habe, bis das entsprechend gewürdigt wird, sei erstaunlich, so der Wissenschafter, der sich freute, "dass ich jetzt einen Nobelpreisträger kenne".

Fossati arbeitet mit Queloz im Rahmen der bevorstehenden ESA-Satellitenmission CHEOPS zusammen. In deren Rahmen will man die Entwicklung der Eigenschaften von Sternen und Planeten besser verstehen lernen. Während der 77-jährige Mayor in der Forschung nicht mehr sehr aktiv sei, sei der 53-jährige Queloz in vielen Projekten "aktiv und präsent". So etwa als wissenschaftlicher Leiter bei CHEOPS. Der Satellit soll noch heuer starten.

Forschungsfeld "komplett neu erfunden"

In den 1990er Jahren hätte das ganze Forschungsfeld, das mittlerweile zur Entdeckung von rund 4.100 Exoplaneten geführt hat, komplett neu erfunden werden müssen, so Fossati: "Das passiert ganz selten und man fühlte sich damals vielleicht wie zu Newtons Zeiten." 1995 markiere also wirklich einen wissenschaftlichen Anfang.

Der damals veröffentlichte Bericht zur Entdeckung des ersten solchen Himmelskörpers, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist, war eine Sensation. Unter den bisher nachgewiesenen Exoplaneten dominieren die Gasriesen. Terrestrische Exoplaneten werden hingegen oft als Supererden bezeichnet.

Benannt werden Exoplaneten nach dem Namen bzw. der Katalognummer des Sterns, den sie umkreisen. Zudem erhalten sie einen Kleinbuchstaben - und zwar nach der Reihenfolge der Entdeckung, beginnend mit "b". So ist der von den diesjährigen Physik-Nobelpreisträgern gefundene Exoplanet "51 Pegasi b", der erste entdeckte Planet, der um den Stern 51 Pegasi kreist.

Da man nun bereits einige Exoplaneten kenne, gebe es in dem Feld mittlerweile einiges zu entdecken, erklärte Fossati: "Wir können deren Struktur verstehen - und das ist ganz neu." Während unser Sonnensystem mit Gas- und Gesteinsplaneten nur zwei Arten biete, ist das in den Weiten des Alls anders. "Exoplaneten halten alles Mögliche dazwischen für uns bereit", sagte der Wissenschafter.

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