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Pilze sind in allen Ökosystemen vorhanden © APA (dpa)
Pilze sind in allen Ökosystemen vorhanden © APA (dpa)

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Pilze sind nach Tieren das zweitgrößte Organismenreich der Erde

14.09.2017

Mit schätzungsweise 2,2 bis 3,8 Millionen Arten sind Pilze das zweitgrößte Organismenreich der Erde - nach den Tieren. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam aus Berlin und London, wie die Freie Universität Berlin mitteilte. Pilze übertreffen die Vielfalt der Pflanzen damit um etwa das Sechs- bis Zehnfache.

In der Vergangenheit reichten die Spekulationen von etwas mehr als einer halben Million bis zu mehr als fünf Millionen Pilzarten weltweit. Derzeit sind erst 120.000 Pilzarten bekannt und wissenschaftlich beschrieben. Dies entspricht nur etwa drei bis acht Prozent der geschätzten globalen Pilzvielfalt.

Mehr als zwei bis drei Millionen Pilzarten sind nach Angaben der Forscher also noch zu entdecken und zu beschreiben. Die Pilze sind damit das am wenigsten studierte der drei großen Organismenreiche: Während bei den Pflanzen etwa 80 Prozent von geschätzten 390.000 Arten katalogisiert sind, sind es bei den Tieren rund 20 Prozent von geschätzten sieben Millionen Arten.

Jährlich nur 1.500 neue Pilzarten

Jährlich werden von Wissenschaftern allerdings nur etwa 1.500 neue Pilzarten beschrieben. Viele Pilzarten sterben auch durch Zerstörung ihres Lebensraums oder nicht nachhaltiges Wirtschaften aus, bevor sie entdeckt werden.

Die Forscher vermuten viele unbeschriebene Pilzarten in sogenannten Hotspots wie den Tropen, wenig untersuchten Lebensräumen wie in Insekten sowie in unbearbeitetem Material naturkundlicher Sammlungen. Pilze sind in allen Ökosystemen vorhanden, sogar im Meer. Zum Reich der Pilze zählen Einzeller wie die Backhefe ebenso wie der makroskopische Fliegenpilz oder auch die Flechtenpilze.

Bedeutende Krankheitserreger

Viele Pilze zersetzen totes organisches Material und sind damit ökologisch von zentraler Bedeutung im Nährstoffkreislauf. Pilze sind aber auch bedeutende Krankheitserreger bei Pflanzen, Tieren und auch dem Menschen. Abgesehen von Delikatessen wie den Trüffeln bilden Pilze die Grundlage für tägliche Lebensmittel wie Brot und Käse, alkoholhaltige Getränke und Medikamente wie Antibiotika.

Die von Wissenschaftern des Botanischen Gartens und Botanischen Museums der Freien Universität Berlin sowie dem Londoner Royal Botanic Gardens, Kew und dem Natural History Museum erstellte Studie wurde im Fachjournal "Microbiology Spectrum" veröffentlicht.

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