Natur & Technik

Weiches Exoskelett soll Menschen mit Beeinträchtigung unterstützen © ZHAW/Daniele Kaehr
Weiches Exoskelett soll Menschen mit Beeinträchtigung unterstützen © ZHAW/Daniele Kaehr

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Prototyp einer smarten Leggins als Gehhilfe vorgestellt

25.04.2019

Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben mit europäischen Partnern ein weiches Exoskelett entwickelt, das Menschen mit Beeinträchtigung beim Gehen unterstützen soll. Der Prototyp der smarten Leggins könnte etwa für nach einem Schlaganfall in ihrer Mobilität eingeschränkte Patienten ein neues Hilfsmittel sein, um sich im Alltag besser in Bewegung zu halten.

Entwickelt wurde "XoSoft" von Forschern um Eveline Graf und Konrad Stadler. Die wichtigsten Bestandteile der Leggins sind Gummibänder und Kupplungen, teilte die ZHAW mit. Beim Gehen spannen Körperkraft und Bewegung des Trägers die Gummibänder, die somit Energie "speichern". Die Kupplungen sorgen dafür, dass diese Energie im richtigen Moment wieder an den Träger abgegeben wird und so seine Bewegung unterstützt.

Den richtigen Moment bestimmt dabei ein Controller, der sich beim Prototyp in einem Rucksack auf dem Rücken des Trägers befindet. Er erhält von Sensoren in der Leggins die Informationen über die Bewegung, Algorithmen interpretieren daraus die Gangart und steuern die Kupplungen. Diese werden individuell je nach Patient platziert und gesteuert. "XoSoft" kann zum Beispiel erfassen, wenn aufgrund einer Muskellähmung der Fuß schleift und ihn im richtigen Moment hochziehen.

Noch nicht markttauglich

Noch ist der Prototyp nicht markttauglich. Ein Grund sei, dass die Kupplungen noch über ein durch Druckluft erzeugtes Vakuum funktionieren. Die Kombination aus Kupplungen und Gummibändern werde aber sicherlich im einen oder anderen System wiederverwendet und weiterentwickelt, sagte Stadler.

Bewegungswissenschafterin Eveline Graf betonte, dass solche Innovationen oft von der Technik getrieben seien und die Betroffenen zu wenig mit einbezögen. Dies verringere jedoch die Akzeptanz. Dementsprechend wichtig waren Testläufe mit Patienten an der ZHAW, neben der vier weitere europäische Forschungsgruppen aus Italien, Spanien, Irland und den Niederlanden an dem Projekt beteiligt waren, sowie vier Firmen und klinische Partner.

Service: Video der ZHAW auf Youtube: https://youtu.be/vh66QDACy

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