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Einblicke in Ursprung von Generationswechseln © Hanna Kraus/Universität Wien
Einblicke in Ursprung von Generationswechseln © Hanna Kraus/Universität Wien

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Quallen waren vor Jahrmillionen keine genetische Neuentwicklung

11.03.2019

Als vor vielen Millionen Jahren die Quallen in Erscheinung traten, hatten diese laut einer neuen, im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution" veröffentlichten Studie kaum neu entwickelte Gene im Gepäck. Obwohl sie sich von anderen Tieren mitunter stark unterscheiden, fand das Team, dem auch Forscher von der Universität Wien angehörten, vor allem Gene, die man etwa auch beim Menschen findet.

Die Nesseltiere (Cnidaria), zu denen Quallen zählen, haben sich als eine der ersten tierischen Linien vor rund 700 Millionen Jahren entwickelt. Unter der Leitung von Richard Copley vom CNRS Villefranche (Frankreich) ging das Team an die Entschlüsselung des Genoms der weitverbreiteten, nur wenige Zentimeter großen Qualle Clytia hemisphaerica. Dabei wollten die Forscher, zu denen u.a. auch Ulrich Technau vom Department für Molekulare Evolution und Entwicklung der Universität Wien zählt, vor allem herausfinden, welche Gene dafür verantwortlich sind, dass sich die Tiere im Laufe ihres Lebens vom ungeschlechtlichen, fix an einem Ort lebenden Polyp, zu jener frei im Wasser schwebenden Form entwickeln, die landläufig unter Qualle (Meduse) verstanden wird.

Kombination von alten und neuen Genen

Dahinter steht die Frage, ob es sich bei der reproduktiv aktiven Qualle um eine "unabhängige Neuerfindung innerhalb einer Gruppe von Nesseltieren" handelt, oder ob die Fähigkeit zu dieser Umwandlung bei anderen Cnidaria-Vertretern, wie Korallen und Seeanemonen verloren ging, wie es in einer Aussendung der Uni Wien heißt. "Überraschenderweise fanden wir kein quallenspezifisches Genrepertoire, sondern eine Kombination von neuen und alten, das heißt konservierten Genen, die die Quallenbildung kontrolliert", sagte Technau.

Umgekehrt fanden die Forscher Hinweise darauf, dass andere Arten bestimmte genetische Faktoren verloren haben, die es zur Bildung der Medusen braucht. Den Quallen wiederum kamen jene Teile des Erbgutes abhanden, die den Seeanemonen eine zweite Körperachse geben.

Die Wissenschafter gehen daher davon aus, dass es bei der Evolution der Qualle kaum echte Erbgut-Neuentwicklungen gab, sondern vor allem auf bereits zuvor vorhandene Gene zurückgegriffen wurde. Dass den Tieren ihre zweite Körperachse abhandenkam, sie also im Lauf der Zeit eine einfachere Form entwickelten, sei somit ein Hinweis darauf, dass die Evolution nicht immer in Richtung höhere Komplexität zustrebe, so Technau.

Service: https://doi.org/10.10.38/s41559-019-0833-2

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