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Stadtklima kein Beispiel für klimagewandeltes Landklima von morgen © Dr. Albin Hammerle
Stadtklima kein Beispiel für klimagewandeltes Landklima von morgen © Dr. Albin Hammerle

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Stadtpflanzen blühen früher und entlauben später als Landpflanzen

11.11.2019

Städte sind Wärmeinseln, dort tragen die Pflanzen im Jahresablauf früher Blätter, Blüten und Früchte und entlauben später als auf dem Land, berichten Tiroler Forscher im Fachjournal "Nature Ecology and Evolution". Das verrät aber nicht, wie die ländliche Flora auf den Klimawandel reagiert, weil die Unterschiede der Pflanzenaktivitäten kleiner sind, als die erhöhten Temperaturen erwarten lassen.

Ein Team um Georg Wohlfahrt vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck wertete die jahreszeitlichen Aktivitäten (Phänologie) von 256 Pflanzenarten an 19.985 Standorten in ganz Europa aus. Die Forscher untersuchten, ob die Temperaturwerte und der Grad der Verstädterung an den jeweiligen Plätzen beeinflussen, wie schnell die Blätter der Pflanzen wachsen, wann diese blühen, Früchte tragen und ihr Laub abwerfen.

Wachstumsperiode deutlich verlängert

"Die Vegetation beginnt in urbanen Räumen im Mittel um ein bis drei Tage früher mit der phänologischen Frühjahrsphase als im Umland", erklärte Wohlfahrt in einer Aussendung: "Um dieselbe Zeitspanne später tritt in Städten die phänologische Herbstphase mit Blattverfärbung und Blattfall ein". Die Wachstumsperiode der Pflanzen in den Städten Europas sei demnach gegenüber ihren Verwandten auf dem Land gegenüber deutlich verlängert.

Manche Forscher schlagen vor, die Städte mit ihren gegenüber dem Umland höheren Temperaturen als "Freilandlabor" zu nutzen, um abzuschätzen, wie die Pflanzen in der Natur auf die globale Erwärmung reagieren. Dies sei aber nicht zulässig, so die Innsbrucker Forscher. Den ausgewerteten Daten zufolge sind die Stadt-Land Unterschiede im Jahresablauf der Pflanzenaktivitäten geringer, als man aufgrund der Temperaturunterschiede annehmen müsste. Offensichtlich beeinflussen andere Faktoren in der Stadt wie die Licht- und Luftverschmutzung, andere Bodenverhältnisse und Bestäuber zusätzlich den Jahresrhythmus der urbanen Flora.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/s41559-019-1017-9

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