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Forscher haben 253 Populationen von 36 Pflanzenfresser-Arten untersucht © APA (dpa)
Forscher haben 253 Populationen von 36 Pflanzenfresser-Arten untersucht © APA (dpa)

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Studie: Bewaffnete Konflikte dezimieren Wildtiere in Afrika

11.01.2018

Wenn Menschen kämpfen, leiden auch Tiere. Von 1946 bis 2010 waren allein in Afrika 71 Prozent der Naturparks von bewaffneten Konflikten betroffen, wie es in einer im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Studie heißt.

Der Rückgang bestimmter Wildtierpopulationen gehe mit der Häufigkeit von Konflikten einher, schrieben die Wissenschafter der Universität Princeton, die für ihre Untersuchung 253 Populationen von 36 Pflanzenfresser-Arten in 19 afrikanischen Ländern untersuchten. Weil die Strafverfolgung in Konfliktregionen schlechter funktioniert, nimmt die Wilderei zu, zudem würden staatlich organisierte Schutzprogramme vernachlässigt. Elefanten würden gejagt, um durch den Verkauf des Elfenbeins Kämpfer zu bezahlen. Antilopen würden von hungernden Menschen für ihr Fleisch getötet.

Im Gorongosa-Nationalpark im südostafrikanischen Staat Mosambik starben den Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der großen Pflanzenfresser wie etwa Elefanten, Zebras, Büffel und Flusspferde im Zeitraum von 1964 bis 1992 zwischen dem Beginn des Unabhängigkeitskriegs gegen die portugiesische Kolonialmacht und dem darauffolgenden Bürgerkrieg.

Aber es gebe auch Anlass für Optimismus, schrieben die Autoren Joshua Daskin und Robert Pringle. Der Gorongosa-Nationalpark sei ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt, in das die örtliche Bevölkerung eingebunden wurde. Die Zahl der Wildtiere liege dort inzwischen bei 80 Prozent des Vorkriegs-Niveaus, sagte Daskin.

Kämpfer als Wächter gegen Wilderer

Wichtig sei, dass nach einer Waffenruhe zügig Maßnahmen eingeleitet werden. Ehemalige Kämpfer könnten als Wächter gegen Wilderer eine neue Aufgabe finden, die örtliche Bevölkerung müsse über die Folgen des Wilderns aufgeklärt werden und könne Arbeit im Tourismus finden, sagte Daskin. Dies sei in Mosambik gelungen. Nach einem Krieg habe es zwar Priorität, den Menschen zur Rückkehr in ein normales Leben zu verhelfen. Aber dies könne "Hand in Hand" gehen mit der Rehabilitierung der Fauna.

Die Autoren sind nach eigenen Angaben die ersten, die beschreiben, dass Konflikte zum Rückgang von Tierpopulationen führen. Frühere Studien hatten dagegen neben Problemen wie Wilderei auch mögliche positive Effekte von Kampfhandlungen auf Tiere gesehen, weil sich in den Konfliktgebieten weniger Menschen aufhalten und dort industrielle Aktivitäten wie Bergbau eingestellt werden.

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