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Urhunde verschwanden in Amerika durch europäische Züchtungen

06.07.2018

Für das weitgehende Verschwinden der einst in Nordamerika lebenden Hunde ist nach neuen Forschungserkenntnissen die Ankunft europäischer Siedler vor etwa 500 Jahren verantwortlich. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie sind Hunde vor tausenden von Jahren in der Neuen Welt eingetroffen - zusammen mit Menschen, die von Sibirien aus die heutige Beringstraße überquerten.

Diese Hunde lebten dort relativ ungestört, bis um das 15. Jahrhundert herum Siedler aus Europa ankamen. Deren mitgebrachte Hunderassen verdrängten rasch die einheimische Hundepopulation. Menschen in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent hätten sich ebenso wie ihre Hunde "genetisch voneinander unterschieden", erläuterte der Hauptautor der Studie, der Paläogenetiker Greger Larson von der Universität Oxford. Nicht nur die Ureinwohner Amerikas seien durch die Siedler vertrieben worden, auch ihre Hunde.

Eine Rolle dabei spielten außer dem Wunsch der Europäer, ihre eigenen Hunderassen zu züchten, vermutlich unter anderem auch Krankheiten. Moderne amerikanische Hunderassen wie Labrador und Chihuahua stammen von Züchtungen auf dem eurasischen Kontinent ab dem 15. Jahrhundert ab, wie die Archäologin Angela Perri von der Universität Durham erklärte.

DNA von Überresten Jahrtausende alter Hunde verglichen

An den Forschungen war ein internationales Team von 50 Wissenschaftern beteiligt. Sie untersuchten die DNA der Überreste von 71 Jahrtausende alten Hunden und verglichen sie mit der von gegenwärtigen Hunden in Amerika.

Als direkteste genetische Verbindung zwischen amerikanischen Urhunden und heutigen Vierbeinern machten die Forscher einen Tumor bei einem vor etwa 8.000 Jahren lebenden Hund ausfindig, der sich als Infektion auf andere Tiere übertrug. Auch wenn sich die Krebs-DNA über die Zeit veränderte, sei es im Wesentlichen immer noch das Erbgut des ursprünglichen Hundes, sagt Maire Ni Leathlobhair von der Abteilung für Veterinärmedizin der Universität Cambridge.

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