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Roland Martzy und Georg Reischer (v.l.) © TU Wien
Roland Martzy und Georg Reischer (v.l.) © TU Wien

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Wie man Bakterien-Zellwände knackt

07.10.2019

Bakterien können dank robuster Zellwände auch widrigsten Bedingungen widerstehen. Deshalb ist es nicht so einfach, ihre DNA etwa für genetische Analysen zu extrahieren - das nahm bisher Stunden in Anspruch. Österreichische Forscher haben nun zwei ionische Flüssigkeiten gefunden, die Bakterien-Zellwände binnen Minuten knacken, berichten sie im Fachjournal "Nature Scientific Report".

Üblicherweise werden derzeit Enzyme eingesetzt, um die Zellwand von Bakterien aufzubrechen, heißt es am Montag in einer Aussendung der Technischen Universität (TU) Wien. Notwendig ist dies etwa um herauszufinden, ob ein Bakterienstamm Gene hat, die ihn resistent gegen bestimmte Antibiotika machen. "Bei unserer Forschung setzten wir nicht auf Enzyme, sondern auf ionische Flüssigkeiten", erklärte Georg Reischer vom Interuniversitären Kooperationszentrum für Wasser und Gesundheit (ICC Water&Health) an der TU Wien. Dabei handelt es sich um organische Salze, die bei Raumtemperatur flüssig sind und die DNA-Moleküle nicht zerstören.

Gemeinsam mit Kollegen vom Interuniversitären Department für Agrarbiotechnologie (IFA) in Tulln haben die Wissenschafter in zahlreichen Versuchen zwei solche ionischen Flüssigkeiten gefunden (Cholin Hexanoat und 1-Ethyl-3-methylimidazolium Acetat), die bei 60 Grad Celsius binnen fünf Minuten selbst die besonders widerstandsfähigen Zellwände von grampositiven Bakterien aufschließen können. Reischer bezeichnet dies als "wichtigen Fortschritt für viele Forschungsbereiche, für Umweltforschung, für Lebensmittelsicherheit oder auch für die klinische Diagnostik". Die Forscher haben die beiden Flüssigkeiten bereits patentiert.

Service: https://doi.org/10.1038/s41598-019-50246-5

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