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16 Boden-Chronosequenzen wurden untersucht © APA (dpa)
16 Boden-Chronosequenzen wurden untersucht © APA (dpa)

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Wie unterirdische Vielfalt und oberirdische Diversität zusammenhängen

11.03.2019

Die Lebewesen auf und in der Erde sind voneinander unabhängiger als man bisher annahm, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. In kalten und trockenen Gebieten wächst der unterirdische Artenreichtum zwar mit der Pflanzenvielfalt darüber, doch in hochproduktiven warmen und feuchten Ökosystemen ist er vor allem an die Chemie gebunden, so die Wissenschafter im Fachjournal "Pnas".

Die Wissenschafter um Manuel Delgado-Baquerizo von der University of Colorado (USA) untersuchte 16 Boden-Chronosequenzen auf der ganzen Welt, das sind jeweils unterschiedlich alte Böden aus der selben Region. Sie haben deren Artenvielfalt an Bakterien, Pilzen, Einzellern und wirbellosen Tieren anhand von DNA-Proben aus dem Boden erkundet, die Pflanzenwelt darüber charakterisiert und die chemischen Eigenschaften der bis zu Millionen Jahre alten Böden gemessen.

Eine solche Chronosequenz - die allerdings nicht solch ein Methusalem-Alter hat - stammt aus dem Rotmoostal in Tirol und Proben aus Bayern, erklärten die an der Studie beteiligten Wissenschafter Sigrid Neuhauser und Martin Kirchmair vom Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck im Gespräch mit der APA. Dort handelt es sich um eine kühlere Region, wo die Diversität (Vielfalt) der Bodenlebewesen mit zunehmendem Pflanzenbewuchs steigt, so die Forscher.

In anderen Regionen, wo die Flora durch besonders wachstumsfördernde Bedingungen sehr produktiv ist, hängt der Reichtum an unterirdischen Würmern, Insekten, Pilzen und Mikroben aber vor allem davon ab, wie sauer der Boden ist, berichten sie. Mit fortschreitender Bodenentwicklung (Podogenese) nimmt der Artenreichtum im Boden dort in der Regel ab. Entgegen früherer Annahmen ist der Artenreichtum über dem Boden auch nicht mit der unterirdischen Vielfalt gekoppelt.

Service: http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1818400116

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