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(v.l.n.r.): Christian Stieger, Katharina Pallitsch, Barbara Happl © Katharina Pallitsch
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Wiener Forscherin klärte "Anatomie" von exotischen Naturwirkstoffen

12.10.2017

Auf der Suche nach nützlichen Naturstoffen wurden vor kurzem winzige Spuren von 20 "Phosphonaten" in Mikroben entdeckt und isoliert. Die Wiener Chemikerin Katharina Pallitsch klärte nun mit Kollegen die Struktur zweier solcher Substanzen und stellte so viel davon im Labor her, dass man ihre Wirksamkeit auf Bakterien testen kann. Die Studie erschien im Fachblatt "Chemistry - A European Journal".

Die bisher bekannten Phosphonate sind etwa in der Landwirtschaft als Dünger oder Pflanzenschutzmittel nützlich sowie in der Medizin gegen krankmachende Bakterien und Viren, erklären die Forscher vom Institut für Organische Chemie der Universität Wien in einer Aussendung. Ein erklecklicher Anteil (15 Prozent) dieser Substanzen wird kommerziell genutzt.

Von zwei neu entdeckten Phosphonaten (Hydroxynitrilaphos und Phosphonocystoximat) gab es bisher nur winzigste Mengen und ein paar Messdaten. Pallitsch konnte aus der genauen Masse zunächst die Zusammensetzung der beiden Verbindungen errechnen. "Wir haben auch schon gewusst, welche Elemente wie die Ecken von Tetraedern angehängt sind, aber nicht, in welche Richtung sie schauen", sagte sie im Gespräch mit der APA. Anhand ihrer Wechselwirkungen mit polarisiertem Licht konnte sie dies herausfinden und somit die genauen Strukturen beider Phosphonate bestimmen.

Mit zwei Praktikanten versuchte sie daraufhin, im Labor größere Mengen davon herzustellen. "Wir haben verschiedenste Synthese-Methoden ausprobiert und fast ein Jahr daran gearbeitet, bis wir so weit waren", so Pallitsch. Am Schluss hatten sie tausend mal so viel von der Substanz, als vorher aus den Mikroben verfügbar war. Nun habe man genug davon in der Hand, um zu testen, ob die beiden Substanzen eine Wirksamkeit gegen Bakterien zeigen. "Die Chance ist groß, weil das bedeutend mehr Phosphonate tun als andere Naturstoffe", meint sie.

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