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Zuchterfolg im Labor: Bakterium lebt von Methan aus der Luft

08.04.2019

Über einen besonderen Zuchterfolg im Kleinen berichtet ein internationales Forschungsteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal "PNAS": Erstmals ist es gelungen, mit dem Bakterium "Methylocapsa gorgona" ein Lebewesen zu kultivieren, das tatsächlich ausschließlich von den geringen Spuren an Methan und anderen Gasen in der Luft leben kann.

Im Gegensatz zum Methan in Böden findet sich das starke Treibhausgas in der Atmosphäre in deutlich geringeren Konzentrationen. Lediglich rund 1,8 Teile Methan kommen auf eine Million Teile Luft. Aufgrund menschlicher Aktivitäten ist dieser Anteil jedoch im Steigen begriffen. Den biologischen Abbau von Methan schaffen nur spezielle Mikroorganismen, was diese zum wichtigen Akteur für die Treibhausgasbilanz der Erde mache, heißt es in einer Aussendung der Universität Wien.

Dass es neben jenen im Boden auch Bakterien geben müsste, die sich an den geringen Konzentrationen in der Luft laben, war bereits bekannt. Da der Zuchterfolg bisher aber ausblieb, wurde auch vielfach bezweifelt, dass es für Mikroorganismen tatsächlich möglich ist, ihr Wachstum nur mittels Energie aus Methan und anderen Spurengasen zu bestreiten. Dem Team um Mette Svenning von der Universität in Tromsö (Norwegen), an dem auch Andreas Richter und Michael Wagner vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung der Uni Wien beteiligt waren, ist es mit einer neu entwickelten Methode gelungen, Bakterien anzuzüchten und zu beschreiben, die genau das vollbringen.

"Wir haben es nun erstmals geschafft ein Methan-abbauendes Bakterium zu isolieren, das wirklich von Luft leben kann", so Alexander Tveit von der Uni Tromsö, der früher als PostDoc an der Uni Wien tätig war. Die Analysen zeigte auch, dass das spartanisch lebende Bakterium überraschend vielseitig ist. Neben der Fähigkeit zur Fixierung von Luftstickstoff konnte das Team auch zeigen, "dass das Bakterium neben Methan auch aus der Veratmung von Kohlenmonoxid und Wasserstoff, die ebenfalls in verschwindend kleinen Mengen in der Atmosphäre vorkommen, Energie gewinnen kann", sagte Richter.

Service: https://dx.doi.org/10.1073/pnas.1817812116

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