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Abgastests - Bioethikkommission für Orientierung an Medizin-Standards

30.01.2018

Die Vorsitzende der beim Bundeskanzleramt angesiedelten Bioethikkommission, Christiane Druml, würde sich angesichts der durch die deutsche Autoindustrie finanzierten Diesel-Abgastests an Menschen und Affen eine Orientierung an den Standards der medizinischen Forschung wünschen. Die aktuellen Schlagzeilen brächten leider einen Imageschaden für die Forschung mit sich, sagte Druml zur APA.

Geht es um medizinische Fragestellungen, gebe es nahezu weltweit hohe Standards "mit transparenten, vernünftigen, ethisch begründeten Regelungen" für die Durchführung von wissenschaftlichen Studien, sagte Druml. "Weniger geregelt" seien die zahlreichen Bereiche, die nicht im engeren Sinne in den Bereich der Medizin fallen, "aber letztlich die körperliche Integrität der Versuchspersonen betreffen". Seitens der Bioethikkommission habe man daher bereits vor Jahren gefordert, solche "Grauzonen" analog zur Medizin zu regeln, so Druml.

Dass die Untersuchungen in Deutschland jetzt so hohe Wellen schlagen, sei "mehr oder weniger ein Schlag ins Gesicht" für das Ansehen der Wissenschaft. Druml: "Wir sind davon abhängig, dass medizinische Forschung gemacht wird und dass Fortschritte erzielt werden. Wir brauchen ein absolutes Vertrauen in diese Form der Forschung." Interessenskonflikte sollten daher generell vermieden werden. Bestehen solche trotzdem, müsse das transparent dargelegt werden. Dass unter den Regeln der medizinischen Forschung derartige Tests nach den Vorstellungen der Autoindustrie ablaufen könnten, ist für die Juristin und Bioethikerin nicht vorstellbar.

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