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Das ASCR-Wohngebäude © ASCR/VogelAV
Das ASCR-Wohngebäude © ASCR/VogelAV

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Aspern Smart City Research will Häuser "sprechen" lassen

12.02.2019

Das Energieforschungsprojekt in der "Seestadt Aspern" geht fünf Jahre nach seiner Gründung in die bis 2023 dauernde zweite Projektphase. Dabei sollen die "smarten" Gebäude im neuen Wiener Stadtteil noch stärker vernetzt werden - ob mit Bewohnern, Technikzentrale, Wetterstation, Automobil, oder dem Stromnetz, teilte Aspern City Smart Research (ASCR) mit. Künftig stehen 17 Anwendungsfälle im Zentrum der Forschungstätigkeiten.

Anhand von drei Gebäuden - einem Wohnhaus, einem Studentenheim und einem Bildungscampus (Kindergarten und Volksschule) - und der Einbindung der Nutzer in die Entwicklungsarbeit wird in der Seestadt untersucht, wie eine "Smart City" funktionieren könnte. Schon bisher würden die "Smart Buildings" rund zehn "Sprachen" sprechen, heißt es seitens der ASCR-Eigentümer, Siemens, Wien Energie, Wiener Netze und Stadt Wien. Unter anderem soll nun die Wärmeabluftnutzung auch für die Raumkühlung erforscht werden oder das smarte Beladen von E-Autos und deren mögliche Nutzung als Energiespeicher.

Echtdaten zur Energie-Optimierung

ASCR forscht mit Echtdaten aus Stromnetz, Gebäuden, Wetter- und Energiedaten der Nutzer an der Optimierung von Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Verbrauch von Energie und damit der Reduktion des CO2-Ausstoßes. So wird laut ASCR etwa im Wohngebäude die Garagenluft zur Heizung der 213 Wohneinheiten über die Fußbodenheizung wiederverwertet. Alle Maßnahmen - von Photovoltaik, über thermische und elektrische Speicher, bis zu smarter Gebäudeleittechnik und Wärmerückgewinnung - eingerechnet, komme es so zu einer CO2-Einsparung von 71 Prozent gegenüber klassischen Gaskessel-Heizungen.

Die Gebäude stehen dabei in ständigem Austausch mit verschiedensten Mess- und Kontrollstationen. Dazu zählen thermische und elektrische Infrastruktur, Wetterstation und Photovoltaikanlage am Dach, Speicher und intelligente Netzstationen. "Unsere Gebäude sind wahre Meister der Kommunikation. Man könnte sagen, sie sprechen rund zehn verschiedene Sprachen - Tendenz steigend", erklärte ASCR-Geschäftsführer Robert Grüneis. Nun würden die Häuser verstärkt mit anderen Systemen in Dialog treten. Gemeint sei damit die Kommunikation mit Energienetzen und -märkten, wo intelligente Gebäude bei der Harmonisierung der Netzauslastung in Zukunft eine große Rolle spielen sollen, indem sie punktuell Flexibilität zur Verfügung stellen.

15 prototypische Lösungen

"Aus den bisherigen Forschungsaktivitäten wurden bereits 15 prototypische Lösungen in den Bereichen intelligente Gebäude und Netzinfrastruktur entwickelt, sowie 11 Patente angemeldet", sagte Siemens Österreich Generaldirektor Wolfgang Hesoun.

Getragen wird ASCR von Siemens Österreich (44,1 Prozent), den Wiener Stadtwerke-Töchtern Wien Energie (29,95 Prozent) und Wiener Netze (20 Prozent) sowie der Stadt Wien (Wirtschaftsagentur Wien 4,66 Prozent, Wien 3420 Holding GmbH 1,29 Prozent). Mehr als 100 Personen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen sind an dem Forschungsvorhaben direkt beteiligt.

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