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Chemische Industrie warnt vor Abwanderung - CO2-Bilanz daheim besser

03.09.2019

Die Chemische Industrie ist als Umweltverschmutzer in der Kritik, der Druck nach strikteren Umweltstandards ist hoch. Eine Studie im Auftrag der Bundessparte Industrie und der Fachverbände kommt aber zu dem Schluss, dass die Klimabelastung durch die Produktion in Österreich geringer ist als anderswo in der Welt. Eine Verlagerung würde dem Weltklima eher schaden, argumentiert die Branche.

"Die Belastung für das Klima durch die Industrie ist in Fernost und den USA deutlich höher als in Europa. Wenn man die Produktion chemischer Güter von Österreich nach China oder Indien verlagert, würde eine zusätzliche Belastung von mehreren Millionen Tonnen CO2 jedes Jahr entstehen. Wer ernsthaft Klimaschutz will, muss auch dafür eintreten, die industrielle Produktion im chemischen Bereich in Österreich zu halten", so Hubert Culik, Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), in einer Aussendung.

Nur Litauen und Schweden besser

Die Studie des Instituts für Industrielle Ökologie ("climApro"), die im Rahmen einer anderen Auswertung auch schon von der Wirtschaftskammer Österreicher vorgestellt wurde, hat ergeben, dass in Österreich bei der Herstellung von Produkten der chemischen Industrie 37,46 Tonnen CO2 pro Terajoule (TJ) Energieverbrauch freigesetzt werden. In der EU kommen nur Litauen und Schweden auf niedrigere Werte. Der EU-Schnitt liegt bei 61 Tonnen CO2/TJ, um etwa 60 Prozent höher als in Österreich.

Österreich profitiert dabei vom günstigen Energiemix: Der Strom kommt zum Großteil aus Wasserkraft, bei Energieträgern abgesehen vom Strom wird meist Gas und nicht Kohle verwendet. Außerdem setze man auf moderne Technologien in der Produktion.

Im Vergleich zu Ländern außerhalb Europas ist der CO2-Ausstoß der chemischen Industrie bezogen auf den Energieeinsatz noch günstiger: In Indien liege der CO2-Ausstoß pro Terajoule bei 134,46 Tonnen CO2/TJ und damit mehr als dreimal so hoch wie in Österreich. Eine entscheidende Ursache dafür ist der Kohle-Anteil von 75 Prozent bei der Stromproduktion. In China liegen die Treibhausgasemissionen bei 104,36 Tonnen CO2/TJ, ebenfalls vor allem wegen des hohen Kohleanteils bei der Stromproduktion. Bis 2030 wird China wahrscheinlich für mehr als die Hälfte der globalen chemischen Produktion verantwortlich sein, so der Fachverband. Auch in den USA liegen die Emissionswerte der chemischen Industrie mit 70,82 Tonnen CO2/TJ fast beim Doppelten Österreichs.

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