Politik & Wirtschaft

Corona-"Emergency Call" soll Mangel an heimischen Produkten beheben © APA
Corona-"Emergency Call" soll Mangel an heimischen Produkten beheben © APA

APA

Coronavirus - Fünf Millionen Euro für Innovationen bei Schutzkleidung

09.04.2020

Mit fünf Millionen Euro will die Bundesregierung die Entwicklung und Produktion von Schutzbekleidung unterstützen, die durch die Corona-Krise zur Mangelware geworden ist. Die für Forschung zuständigen Ministerinnen Leonore Gewessler (Infrastruktur, Grüne) und Margarete Schramböck (Wirtschaft, ÖVP) kündigten am Donnerstag eine neue Ausschreibung über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG an.

Bis 11. Mai können entsprechende Projekte eingereicht werden. Das Ziel sei es, mit der neuen Förderrunde, die seitens des Infrastrukturministeriums finanziert wird, "die Produktion von notwendigen medizinischen Gütern im Land zu halten und auch ein Stück weit ins Land zu holen", so Gewessler im Rahmen einer Pressekonferenz.

"Fertigungsstrategien für medizinische Hilfsgüter"

Mit den nun zur Verfügung festgestellten Mitteln trage man dem "großen Bedarf" im Bereich der Forschungscommunity und bei innovativen heimischen Unternehmen Rechnung. Gefördert werden "Fertigungsstrategien für medizinische Hilfsgüter". Darunter fallen etwa Schutzbekleidung, Masken, Beatmungsgeräte oder Oberflächenbeschichtungen, die es zur Zeit verstärkt im Medizin und Pflegebereich braucht, so die Ministerin.

An Ideen seitens der Forscher und Firmen mangle es nicht. Unternehmen sollen etwa nach dem Motto "Schutzanzüge statt Strümpfe" umsatteln, denn die Entwicklungen sollen letztendlich auch Arbeitsplätze sichern. Angesichts des umkämpften Weltmarktes für derartige Produkte wolle man "mehr Autarkie" erreichen, sagte Wirtschaftsministerin Schramböck, die u.a. auch auf bereits gestartete Initiativen im Bereich der Pharmaindustrie verwies.

Dritte Phase des Corona-"Emergency Calls"

Bei dem laut Gewessler mit sofortiger Wirkung gestarteten Förderprogramm handelt sich um die dritte Phase des Corona-"Emergency Calls". Diese Phase schließt an die mit einer Million Euro dotierte erste Förderrunde und die 22 Millionen Euro schwere zweite Runde an, in die auch das Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium eingebunden waren. Dieser Call ging am gestrigen Mittwoch zu Ende. Das Interesse sei entsprechend groß gewesen, es wurden insgesamt 64 Forschungsprojekte, "aus den unterschiedlichen Schwerpunkten von Impfstoffen bis zu Diagnostika", sagte Gewessler.

Sie erwähnte beispielsweise ein Beatmungsmodul, das aus wenigen Teilen besteht, die teilweise in Baumärkten erhältlich sind. Das von der TU Wien vorgelegte Modell lässt sich schnell und kostengünstig herstellen und ist damit - was die Gesundheitsversorgung betrifft - auch in weniger privilegierten Weltgegenden einsetzbar.

"Schritt in die industrielle Produktion"

Schramböck betonte indes, dass Forschung und Entwicklung in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen helfen, die rasche inländische Produktion aufzubauen und nannte Günter Grabher von der Plattform "Smart Textiles Austria" als ein Beispiel, wie auch ein Projekt der Grazer TU und den Landeskrankenhäusern in Graz, das einen Augenschutz, der per 3D-Printer herstellbar ist, entwickelt hat. "Da folgt jetzt der Schritt in die industrielle Produktion", sagte Schramböck, erst mit 10.000 und dann mit 100.000 Stück pro Woche.

Ein zweites Projekt zur Reinigung von Masken und Schutzanzügen unter anderem mit Beteiligung des Altkleidersammlungs-Anbieters Saubermacher und der TU Graz schafft ein Volumen von 37.000 Masken und 10.000 Einweganzügen pro Tag. Drittens nannte die Wirtschaftsministerin "frugale Innovation" als einen Weg, der ressourcen-und umweltschonend sei und der von einer ebenfalls in der Steiermark angesiedelten Industrietaskforce gegangen werde.

STICHWÖRTER
Epidemie  | Viruserkrankung  | Wien  | Österreich-weit  | Auftakt  | Gesundheit  | Krankheiten  | Infektionen  | Coronavirus  |
Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung