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Kurzarbeit wird am häufigsten in der Schweiz genutzt: © APA
Kurzarbeit wird am häufigsten in der Schweiz genutzt: © APA

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Deutsche Studie: Kurzarbeit europaweite Alternative zu Kündigungen

12.05.2020

Das Instrument der Kurzarbeit hat sich in vielen Staaten Europas als Alternative zu Kündigungen etabliert. In der Coronakrise wurden für rund 50 Millionen Beschäftigte in der EU und der Schweiz Anträge gestellt, wie die gewerkschaftliche deutsche Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie beschrieb.

Mit 10,1 Millionen Beschäftigten liegt Deutschland bei den absoluten Zahlen auf Platz zwei hinter Frankreich mit 11,3 Mio. Kurzarbeitern. Danach folgen mit Stand Ende April/Anfang Mai Italien mit 8,3 Mio., Großbritannien mit 6,3 Mio., Spanien mit 4,0 Mio., die Schweiz mit 1,9 Mio. und die Niederlande mit 1,7 Mio. Beschäftigungsverhältnissen. Die für Österreich am 12. Mai in Wien offiziell genannten 1,3 Mio. kommen auch schon in der deutschen Studie vor.

Gemessen an der Beschäftigtenzahl wird Kurzarbeit aber am häufigsten in der Schweiz genutzt: Hier arbeiten 48,1 Prozent aller Beschäftigten kurz. Ähnlich hoch sind die Anteile in Frankreich und Italien. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt beträgt der Anteil der Kurzarbeiter 26,9 Prozent und entspricht damit ziemlich genau dem Schnitt in der Europäischen Union. So gut wie keine Kurzarbeit gibt es hingegen in Polen und der Slowakei.

Die Lohnsubvention für den konjunkturellen Krisenfall ist in den Staaten sehr unterschiedlich ausgestaltet. Die maximale Bezugsdauer reicht von zwei Wochen in Rumänien bis zu 13 Monaten in Finnland. In Polen erhalten die Beschäftigten die Hälfte ihres ausgefallenen Entgelts, während in den Niederlanden bis zu 100 Prozent ausgeglichen werden. Die Forscher des Böckler-Instituts empfehlen mindestens 80 Prozent, eine starke Beteiligung der Arbeitnehmer an der Planung und einen Kündigungsschutz über die Zeit der Kurzarbeit hinaus.

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