Politik & Wirtschaft

Gerd Schatzmayr (links), Leiter der weltweiten Forschungsaktivitäten von BIOMIN © Daniel Hinterramskogler
Gerd Schatzmayr (links), Leiter der weltweiten Forschungsaktivitäten von BIOMIN © Daniel Hinterramskogler

Kooperationsmeldung

Digitalisierung - von Forschung & Entwicklung in der Landwirtschaft 4.0

06.09.2019

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit Ecoplus

Gerd Schatzmayr studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU Wien, seine Doktorarbeit am IFA-Tulln beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Fermentationsprozesses für ein anaerobes Mykotoxin-entgiftendes Bakterium. Seit 1999 ist er bei BIOMIN tätig, erst als F&E-Projektleiter und ab 2003 als R&D-Director bei der BIOMIN Innovative Animal Nutrition GmbH. Seit 2006 leitet er die weltweiten Forschungsaktivitäten von BIOMIN, hält wissenschaftliche Vorträge auf internationalen Kongressen und ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel und Patente.

Welche Gefahren können von kontaminierten Futtermitteln ausgehen?

Gerd Schatzmayr: Je nach geografischer Lage und klimatischen Bedingungen kommen unterschiedliche Schimmelpilze vor und damit werden auch verschiedenste Toxine gebildet. Nachdem ein Futtermittel aus zahlreichen Komponenten (Weizen, Mais, Gerste, Hafer, Soja, Mineralstoffe etc.) besteht, können unterschiedliche Mixturen von Mykotoxinen im Futtermittel vorkommen, wodurch sie sich in ihrer Wirkung verstärken.

Aufgrund ihrer heterogenen Struktur können die Giftstoffe zu vielen unterschiedlichen Symptomen und Erkrankungen im Tier führen. Da die bessere Qualität von Getreide zur Erzeugung von Lebensmitteln herangezogen wird, bleibt für den Tierernährungsbereich zumeist nur die zweite Qualität.

Was bedeutet das genau, dass kontaminiertes Getreide an andere Tierarten verfüttert wird? Geht es um Grenzwerte?

Schatzmayr: Unser Monitoring-Programm zeigt, dass mehr als 90 % des Futters mit verschiedenen Mykotoxinen kontaminiert sind. Es gibt Grenzwerte, allerdings nur für die einzelnen Toxine. Nachdem wir aber immer unterschiedliche Mykotoxine in ein und demselben Futtermittel finden, gibt es negative Auswirkungen schon in geringeren Konzentrationen (durch sogenannte additive oder synergistische Effekte).

Was sind natürliche Produkte?

Schatzmayr: Zu diesen natürlichen Produkten zählen Kombinationen von Pflanzenbestandteilen, Pflanzenextrakten und ätherischen Ölen - sogenannte "Phytogene" - und probiotische Produkte zur Steigerung der Darmgesundheit.

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