Politik & Wirtschaft

Franz Waxenecker (rechts), Leiter des globalen Produktmanagements von Biomin © Daniel Hinterramskogler
Franz Waxenecker (rechts), Leiter des globalen Produktmanagements von Biomin © Daniel Hinterramskogler

Kooperationsmeldung

Digitalisierung - von Forschung & Entwicklung in der Landwirtschaft 4.0

06.09.2019

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit Ecoplus

Franz Waxenecker hat an der BOKU Wien den Master in Agrarwissenschaften in der Tierproduktion erworben. Sein Forschungsschwerpunkt lag in der Ernährung monogastrischer Tiere. 1997 kam er als Spezialist für Schweineernährung und Vormischformulierungen zu BIOMIN. 2000 wurde er Chief Nutritionist, 2003 zum Direktor der Strategic Business Unit Natural Growth Promoters ernannt. 2004 realisierte er das erste Zentrum für angewandte Tierernährung (CAN) von BIOMIN. Seit 2007 ist er Leiter des globalen Produktmanagements und derzeit für Digitalisierungsprojekte verantwortlich.

Warum ist die Darmgesundheit von Nutztieren so wichtig?

Franz Waxenecker: Störungen der Darmgesundheit sind die häufigste Krankheitsursache bei Nutztieren. Diese können zu vielfältigen Gesundheitsbeeinträchtigungen führen und somit auch die Produktionsleistung der Tiere verringern. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von Bakterien über Viren bis hin zu unerwünschten Inhaltsstoffen wie z. B. Mykotoxinen. Immerhin versorgt der Darm das Tier nicht nur mit Nährstoffen, sondern ist auch wichtiger Sitz des Immunsystems.

Was bringen die Mykotoxin-Monitoring-Daten konkret?

Waxenecker: Durch die Kenntnisse über das Mykotoxinvorkommen können schon vorab Maßnahmen getroffen werden. Der Landwirt weiß zum Beispiel, in welchen Regionen man bessere Getreidequalitäten findet, welche ackerbaulichen Maßnahmen zu setzen sind und wann Mykotoxin-inaktivierende Produkte im Futter zu verwenden sind. Und nicht zuletzt werden diese Informationen in wissenschaftlichen Projekten genutzt, zum Beispiel zur Entwicklung alternativer Anwendungsmethoden von Mykotoxin inaktivierenden Enzymen im Rahmen des EU-Projektes "MyToolBox".

Wie sieht die Zukunft von Futtermitteln aus?

Waxenecker: Nicht nur der Tierhalter, auch der Konsument interessiert sich heute dafür, wie Nutztiere gefüttert werden. Der begonnene Trend, Futtermittel den Leistungsanforderungen des Tieres gerecht und gleichzeitig nachhaltiger, regionaler und natürlicher zu produzieren, wird anhalten. Europa ist hier Vorreiter, hier sind Futtermittel seit mittlerweile fast 14 Jahren antibiotikafrei. Andere Regionen wie Nordamerika und Süd-Ost-Asien ziehen jetzt nach. Für die Hersteller von natürlichen Futtermittelzusätzen bietet dieses globale Verbot von antibiotischen Futterzusätzen eine große Chance. Natürliche Produkte zur Steigerung der Darmgesundheit können die Lücke schließen, die durch das Verbot antibiotischer Leistungsförderer entstanden ist.

Was bringt die nahe Zukunft in dem Sektor?

Waxenecker: Lebensmittel tierischer Herkunft sind ein wesentlicher Teil unserer Ernährungspyramide. Forschung und Innovation werden weiterhin sehr wichtig sein, um tierische Lebensmittel möglichst effizient und ressourcenschonend zu produzieren, wobei gleichzeitig großes Augenmerk auf Tiergesundheit und Tierwohl gelegt werden muss.

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