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EU-Sondergipfel: Investitionen in Spitzenforschung bleiben trotz Wachstum unter den Erwartungen

23.07.2020

Der EU-Sondergipfel brachte eine Einigung für den nächsten EU-Haushalt und ein Corona-Hilfspaket. Trotz vieler positiver Ambitionen und der sichtbaren gemeinsamen Kraftanstrengung bleibt der Beschluss bei einem wichtigen Zukunftsthema, den Forschungsinvestitionen "Horizon Europe", ungeachtet eines Wachstums unter den Erwartungen. Und das in einer Phase, in der sich die Bürgerinnen und Bürger besonders auf die Spitzenforschung verlassen.

Von den 94 Milliarden Euro für Forschung und Innovation im Vorschlag der EU-Kommission aus dem Jahr 2018 bleiben im aktuellen Beschluss 81 Milliarden Euro für das "Horizon Europe"-Forschungsprogramm übrig. Für zahlreiche europäische Forschungsförderungsorganisationen, auch den Wissenschaftsfonds FWF, bleibt dieser Beschluss trotz eines Wachstums unter den Erwartungen. Um Europas Spitzenforschung langfristig in eine wettbewerbsfähige und weltweit führende Position zu bringen und in dieser zu halten, wäre ein noch deutlicheres Wachstum der Investitionen notwendig.

"Während sich Politik und Gesellschaft auf die Fähigkeiten der Forschenden in ganz Europa verlassen, um die globale Pandemie in den Griff zu kriegen und Europa auf künftige Herausforderungen vorzubereiten, bleibt der Beschluss trotz aller positiven Signale aus Sicht der Spitzenforschung unter den Erwartungen", so FWF-Präsident Klement Tockner. Schon jetzt kann eine beträchtliche Anzahl herausragender Forschungsprojekte sowohl national und als auch auf europäischer Ebene nicht umgesetzt werden.

Forschung und Innovation benötigen eine ausgewogene Unterstützung. Neben kurzfristig notwendigen Ergebnissen kommt der Forschungspolitik auch die besondere Verantwortung zu, schon heute für künftige Herausforderungen vorzubauen und der nächsten Generation von Forschenden vielversprechende Perspektiven zu geben. Gerade Schlüsseltechnologien, die Europas Wirtschaft ankurbeln und die gesellschaftliche Transformation begleiten, sind das Ergebnis einer langfristig ausgerichteten, öffentlich finanzierten Spitzenforschung. Die Tatsache, dass so viele Behandlungsmethoden und potenzielle Impfstoffe für Covid-19 jetzt weltweit in Rekordtempo entwickelt werden, ist Ergebnis der Grundlagenarbeit von Generationen von Forschenden. Der aktuelle Haushaltsbeschluss lässt Chancen liegen, diese Erfolgsgeschichte intensiver fortzuschreiben.

Die Förderungsmittel der Europäischen Union zählen neben den Mitteln des Wissenschaftsfonds FWF zu den Grundpfeilern in der Finanzierung der nationalen Spitzenforschung. Österreich strebt an, zu den führenden Innovationsländern Europas wie der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark oder Schweden aufzuschließen. Daher setzt sich der Wissenschaftsfonds FWF dafür ein, nicht nur das nationale, sondern auch das europäische Forschungsförderungssystem weiter auszubauen.

Zum Appell von Science Europe

Kontakt:
FWF Der Wissenschaftsfonds
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E-Mail: office@fwf.ac.at
Telefon: +43-1-5056740-0
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