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Eine zweite Ausschreibungsrunde ist für März 2020 geplant © APA (AFP)
Eine zweite Ausschreibungsrunde ist für März 2020 geplant © APA (AFP)

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Erste Förderrunde für "Digital Pro Bootcamps" abgeschlossen

07.11.2019

Das Wirtschaftsministerium hat gemeinsam mit der Österreichischen Förderungsgesellschaft (FFG) die erste Ausschreibung des Förderprogramms "Digital Pro Bootcamps" abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden kürzlich vor Journalisten präsentiert. In "digitalen Bootcamps" sollen die IT-Kompetenzen von Mitarbeitern in Klein- und Mittelbetrieben gesteigert werden.

Im Fördertopf standen 1,7 Mio. Euro zur Verfügung. Für jedes Projekt konnten maximal 500.000 Euro beantragt werden. Zuschläge erhielten vier Projekte mit 34 teilnehmenden Unternehmen und sieben wissenschaftlichen Partnern. Insgesamt beteiligen sich rund 80 Mitarbeiter an den Projekten. Die Förderungsquote für kleine und mittlere Betriebe liegt bei 70 bzw. 60 Prozent. Größere Leitbetriebe werden mit 50 Prozent der Kosten gefördert. Wissenschaftliche Einrichtungen wie die Universität Innsbruck oder die Fachhochschule St. Pölten zur Gänze entlastet.

Mit der Förderung von "Digital-Pro-Projekten" soll der IT-Fachkräftemangel am österreichischen Arbeitsmarkt bekämpft werden. Die Ausschreibung zielte verstärkt auf österreichische Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMUs) ab. "Große Leitbetriebe tun sich leichter mit Aus- und Weiterbildung ihrer Fachkräfte. Wir müssen unbedingt vermeiden, dass eine Innovationsschere zwischen den Großen, die es dann können, und den KMUs entsteht. Digitalisierung darf kein Eliteprogramm werden", so Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobl.

Kompetenzen ausgewählter Mitarbeiter werden erweitert

In neunwöchigen Bootcamps werden bereits vorhandene IT-Kompetenzen ausgewählter Mitarbeiter erweitert. Anschließend sollen diese dann mit Digitalisierungsprojekten in ihren Unternehmen betraut werden. Das Bootcamp stellt dabei nur den Bruchteil einer Gesamtlaufzeit der Projekte von 12-18 Monaten dar. Die neun Wochen Ausbildungszeit muss innerhalb von vier Monaten absolviert werden und werden von wissenschaftlichen Einrichtungen begleitet.

"Wir gehen konkret mit einer Problemstellung in das Projekt hinein", sagte Gerhard Kreutmayr, CIO des Tiroler Holzkonzerns EGGER. Die Mitarbeiter seines Unternehmens werden für die Zeit des Bootcamps nicht freigestellt. "Ich hätte aber von uns aus das ganze Bootcamp besetzen können, das Interesse unserer Mitarbeiter war sehr groß", so Kreutmayr.

Inhaltlich zielen die geförderten Bootcamps der ersten Ausschreibung auf die Bereiche "Data Science", "Data Security" und "Sustainability" ab. Die Bootcamps in Tirol und Oberösterreich sind bereits am 1. November gestartet. Zwei weiter Camps beginnen im Jänner bzw. April 2020.

Eine zweite Ausschreibungsrunde ist für März 2020 geplant. "Voraussichtlich mit gleich hohem Budget", sagte FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. "Die Bootcamps dienen auch als Anschub und Motivation für Privatunternehmen selbst in Digitalisierungsprozesse zu investieren. Wir sehen da zum Teil auch ein Marktversagen.", so Egerth weiter.

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