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Für Rauskala ist Evaluierung der OSTAs "grundsätzlich positiv ausgefallen" © APA (Hochmuth)
Für Rauskala ist Evaluierung der OSTAs "grundsätzlich positiv ausgefallen" © APA (Hochmuth)

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Forschungs-Außenpolitik: Rauskala für Dachmarke

16.09.2019

Für eine Dachmarke für Österreichs Außenauftritt im Forschungs-, Technologie- und Innovationsbereich hat sich Bildungsministerin Iris Rauskala am Rande des Austrian Research and Innovation Talk in New York ausgesprochen. Sie reagiert damit auf eine Evaluierung der "Office of Science and Technology Austria" in Washington und Peking und den Rückzug des Infrastrukturministeriums aus diesen Büros.

In der 2011 von der Bundesregierung beschlossenen Forschungsstrategie war noch von der Entwicklung einer "abgestimmten Wissenschafts- und Forschungsaußenpolitik" die Rede. Viele Jahre haben auch vier Ressorts (Außen-, Wissenschafts-, Wirtschafts- und Infrastrukturministerium) in den beiden "Office of Science and Technology Austria" (OSTA) - jenes in Washington wurde 2001 gegründet, jenes in Peking 2012 - zusammengearbeitet. Das Außenministerium stellte aus seinem Personalstand die jeweiligen Leiter, die anderen drei Ressorts teilten sich die laufenden Kosten (aktuell in Summe rund 690.000 Euro pro Jahr).

Heuer hat allerdings das Infrastrukturministerium bekannt gegeben, sich aus den OSTAs zurückzuziehen. Ausschlaggebend sei gewesen, dass sich das Infrastrukturministerium in der Tätigkeit des OSTA in den USA nicht in seinen Kernaufgaben wiedergefunden habe, aber ein Drittel der Kosten tragen musste, erklärte der Leiter der Innovationssektion im Infrastrukturministerium, Gernot Grimm gegenüber der APA. Weil man aus vertraglichen Gründen nicht nur aus einem OSTA aussteigen konnte, habe man sich aus beiden Büros zurückgezogen.

Infrastrukturministerium setzt auf "Technologiebüros"

Stattdessen setzt das Infrastrukturministerium auf sogenannte "Technologiebüros". Ein solches betreibt das Ressort schon länger in Jakarta (Indonesien), seit Anfang August gibt es ein weiteres in Israel. Auch nach Peking will das Infrastrukturministerium einen eigenen Technologieattache entsenden. Das OSTA in Washington will das Ressort weiter punktuell im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung nutzen.

Grimm begründet diese Maßnahme mit den besonderen Herausforderungen jener Technologiebereiche, in denen sein Ressort angewandte Forschung fördert, etwa Schienenverkehr, Energie, Gesundheit, etc.. Man habe es in diesen Bereichen überwiegend mit öffentlicher Auftragsvergabe zu tun, und "überall dort hat es Sinn, von Land zu Land einen staatlichen Schirm aufzuspannen, unter dem man Firmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen durch bilaterale Aktivitäten einen Marktvorteil einrichtet. Dafür brauchen wir die Attaches."

Österreich soll international mehr wahrgenommen werden

Für Rauskala ist die Evaluierung der OSTAs "grundsätzlich positiv ausgefallen". Es gebe sicher Nachbesserungsbedarf, aber man "sollte nicht auf die Idee kommen, das OSTA groß zu verändern", sagte sie am Rande des Austrian Research and Innovation Talk (ARIT), einem vom OSTA organisierten Netzwerktreffen für in Nordamerika tätige österreichische Forscher, in New York. Für sie ist vielmehr die Frage, "wie wir es schaffen, Österreich international so zu positionieren, dass es wahrgenommen wird". Rauskala hat durchaus Verständnis dafür, dass es unterschiedliche Interessen in diesem Bereich gibt, aber die nächste Regierung sollte überlegen, wie es gelingt "eine vernünftige Dachmarke zu schaffen".

Die Schweiz sei etwa unter der Marke "Swissnex" international präsent und schaffe es, darunter unterschiedliche Interessen zu verknüpfen. Mit fünf "Swissnex"-Standorten in Boston und San Francisco (USA), Shanghai (China), Bangalore (Indien) und Rio de Janeiro (Brasilien) und ihren Außenstellen hat die Schweiz ein einheitliches Außennetz für Bildung, Forschung und Innovation. "Wir können nur gewinnen, wenn wir versuchen, einen gemeinsamen Nenner herauszuarbeiten", sagte Rauskala. Als kleines Land könne man es sich nicht leisten, Ressourcen zu zersplittern.

Im Oktober wird es jedenfalls einen Workshop geben, bei dem die Ergebnisse der Evaluierung und deren Anregungen, etwa eine bessere Sichtbarkeit der OSTAs in Österreich, diskutiert werden sollen, betont man seitens des Wissenschaftsministeriums.

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