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Forum Alpbach - CDG sieht bei Firmen und Hochschulen "Luft nach oben"

22.08.2019

Das Konzept der Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG), Hochschulforschung und Unternehmen in eigenen Labors zusammenzuspannen, sei ein "internationales Vorbildmodell". Sowohl im Hochschulbereich als auch bei Firmen gebe es aber noch "Luft nach oben" für derartige Kooperationen, sagte der neue CDG-Präsident Martin Gerzabek am Rande der Alpbacher Technologiegespräche.

Unter Österreichs großen Unternehmen und Universitäten sei das Konzept schon hinreichend bekannt. Vor allem aber unter größeren KMU, manch kleineren Unis oder im FH-Sektor könnte die Aufmerksamkeit noch gesteigert werden, so der langjährige Rektor der Universität für Bodenkultur Wien, der die CDG im Juli übernommen hat.

Die als Verein organisierte CDG fördert in ihrer heutigen Form seit 1995 Grundlagenforschung zu Fragen aus der Wirtschaft. Dazu werden Christian Doppler(CD)-Labors an Universitäten mit einer Laufzeit von maximal sieben Jahren und seit 2012 Josef Ressel(JR)-Zentren an Fachhochschulen für maximal fünf Jahre eingerichtet. Die Kosten dafür teilen sich die öffentliche Hand und die jeweils beteiligten Unternehmenspartner. Mehr als 180 Unternehmen sind aktuell an der Gesellschaft beteiligt. Momentan bestehen rund 110 CD-Labors und JR-Zentren.

"Bessere finanzielle Ausstattung" nötig

Gerzabek kann sich auch vorstellen, diese Zahlen künftig zu steigern. Vor allem die FH würden merklich aktiver werden. Um hier weiter zu wachsen, brauche es aber auch eine "bessere finanzielle Ausstattung", so der CDG-Chef, der dabei auf das auch die CDG umfassende Forschungsfinanzierungsgesetz hofft.

Mit dem Ansatz, dass die Themen "Bottom-up" aus dem Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich kommen, fahre man inhaltlich jedenfalls gut: Die jährlich im Schnitt etwas mehr als zehn neu eingerichteten Labors seien ein "Spiegel der Industrie und industriellen Innovation". Mit einer Jahresdotation von maximal 750.000 Euro bei CD-Labors und 430.000 Euro bei den Ressel-Zentren habe man nun ein "sehr, sehr vernünftiges Volumen zum Forschen".

Entgegen manch anderer Indikatoren im Innovationssystem sei der Bereich der öffentlich-privaten Forschungskooperationen hierzulande gut entwickelt, so Florian Frauscher vom Wirtschaftsministerium. Probleme gebe es in Österreich beim Bereitstellen von Risikokapital für Start-ups, was sich auch an der relativ geringen Anzahl an Beschäftigten in schnell wachsenden Unternehmen äußere. Hier müssten Initiativen gesetzt werden. Außerdem brauche es einen "Wachstumspfad und entsprechende Dotierung für Leuchttürme wie die CDG", die standortrelevante Forschung ermöglichen, sagte Frauscher.

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