Politik & Wirtschaft

Reichhardt: Das Forschungsförderungssystem muss sich weiterentwickeln © APA (Punz)
Reichhardt: Das Forschungsförderungssystem muss sich weiterentwickeln © APA (Punz)

APA

Forum Alpbach - Reichhardt will "Innovationsmotor schneller drehen"

22.08.2019

Das kürzlich in Begutachtung geschickte Forschungsrahmengesetz soll dabei helfen, "den Innovationsmotor schneller zu drehen", sagte Infrastrukturminister Andreas Reichhardt in Alpbach. Im Hinblick auf die im Gesetz noch fehlenden Budgetzahlen wünscht sich der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, "fünf bis zehn Prozent mehr frisches Geld".

Zusammen mit Wirtschaftsvertretern veranstaltete das Infrastrukturministerium einen "Runden Tisch" am Rande der Alpbacher Technologiegespräche. Die heimischen Unternehmen seien in vielen Technologiebereichen bereits sehr gut aufgestellt. Ein Hauptthema werde in Zukunft ganz klar die Dekarbonisierung und der Klimawandel sein. Um etwa in diesem Bereich auf den Weltmarkt nachgefragte Produkte anbieten zu können, müsse sich auch das Forschungsförderungssystem der öffentlichen Hand weiterentwickeln, so Reichhardt.

Mehr Flexibilität für Förderagenturen

Im Zuge des Forschungsrahmengesetzes strebe man einen Bürokratieabbau an und wolle den Förderagenturen mehr Flexibilität ermöglichen. Die künftig auf drei Jahre angeschlossenen Leistungsvereinbarungen mit den Institutionen brächten eine "Governance-Änderung" mit sich. So sollen die Förderprogramme bald mehrmals im Jahr ausgeschrieben werden, um Unternehmen besseren Zugang zu den Instrumenten zu geben.

Für Neumayer gilt es einerseits, den von der letzten Bundesregierung etwa mit der Ankündigung der österreichischen Forschungs-Exzellenzinitiative oder einer Technologieoffensive eingeschlagenen Weg fortzusetzen, und andererseits in der nunmehrigen politischen Übergangszeit "keine Dynamik zu verlieren". Der Anspruch Österreichs im Innovationsbereich müssen die "Top-5 oder Top-3" in Europa sein. In aktuelle Rankings liegt Österreich aber deutlich dahinter, so der IV-Generalsekretär.

Fachkräftemangel als zentrales Problem

Ein zentrales Problem, unter dem die heimischen Unternehmen aktuell leiden, sei einmal mehr der Fachkräftemangel, sagte der oberösterreichische Wärmepumpenunternehmer Karl Ochsner. Schreibe seine Firma etwa im oberösterreichischen Zentralraum eine Stelle für einen technischen Zeichner aus, erhalte man über sechs Monate hinweg eine Handvoll Bewerbungen. Schreibe man den gleichen Job etwa im polnischen Krakau aus, seien es um das Zehnfache mehr. Hier brauche es Initiativen im Bildungsbereich und eine Neuausrichtung der "Rot-weiß-rot-Card". Neben qualifizierten Mitarbeitern brauche Österreich auf seinem Weg zum "Greentech-Land" auch weiter Unterstützung seitens der öffentlichen Hand für innovative Firmen.

Den Weg heimischer Hochtechnologie in Richtung Weltmarkt soll dann u.a. die kürzlich präsentierte Initiative "Tecxport" erleichtern. Auf der neuen Online-Plattform (www.tecxport.at) sollen Technologieunternehmen beispielsweise über die österreichischen Wirtschaftsdelegierten oder Technologie-Attachees mit potenziellen Kunden in Verbindung bringen. Getragen wird die Initiative vom Infrastrukturministerium, der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und Wirtschaftskammer (WKO).

Service: Weitere Informationen: https://www.tecxport.at und www.ffg.at/tecxport

Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung