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Generationenwechsel in der ACR

24.06.2019

Nach insgesamt 24 Jahren an der Spitze der ACR zieht sich Johann Jäger in den Ruhestand zurück. Mit Sonja Sheikh übernimmt erstmals eine Frau die Geschäfte des Forschungsnetzwerks, das sich vor allem auf KMU fokussiert und heute mit 18 Mitgliedsinstituten rund 64 Millionen Euro erwirtschaftet.

Als Hans Jäger am 1. Mai 1995 die Geschäftsführung der ACR übernahm, gab es den Verein genau 40 Jahre. Er bestand aus 20 Vorstandmitgliedern, auch viele Stakeholder waren darin vertreten, eine öffentliche Förderung gab es bis dato nicht. Die Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes ließ zu wünschen übrig und auch die Infrastruktur war erneuerungsbedürftig. Es gab viel zu tun.

Begonnen hat der Veränderungsprozess unter dem damaligen ACR-Präsidenten Theo Gumpelmayr, der 1993 eine externe Evaluierung einleitete. Dem Wirtschaftsministerium und da vor allem dem damaligen Sektionsleiter Richard Kögerler ist es schließlich zu verdanken, dass die ACR ab 1995 eine öffentliche Förderung bekam. Das Ministerium erkannte den Mehrwert der ACR-Mitglieder für die österreichische Wirtschaft und würdigte damit die Bedeutung der ACR für das nationale Innovationsystem. Was viele nicht wissen: die ACR (damals noch VKF - Vereinigung der kooperativen Forschungsinstitute) spielte eine wesentliche Rolle bei der Gründung der FFG und des FWF, die erst letztes Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feierten. Bereits seit den 50igern hat sich die ACR dafür eingesetzt, dass die industrielle Forschung staatlich gefördert wird, mit dem Forschungsförderungsgesetz von 1967 hat sie ihr Ziel schließlich erreicht und der FFF wurde gegründet. Sowohl der erste Präsident als auch der erste Geschäftsführer des FFF kamen von der ACR.

Seit 1995 werden also mit dem Wirtschaftsministerium diverse ACR-spezifische Förderprogramme abgewickelt, um einerseits die ACR-Institute zu professionalisieren und andererseits Entwicklungen durchzuführen, deren Ergebnisse den Kunden der Institute zur Verfügung gestellt werden. Seitdem hat sich die Mehrzahl der ordentlichen ACR-Mitglieder sehr positiv entwickelt - nicht nur was Umsatz, Personal, Infrastruktur sondern auch was die Professionalisierung und das erweiterte Leistungsspektrum betrifft. Niemand hätte 1995 zu träumen gewagt, dass das ACR-Netzwerk 2019 mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 64 Millionen Euro an Gesamtumsatz erwirtschaften wird. Auch die Bekanntheit im nationalen Innovationssystem (NIS) hat sich stark verbessert, seit 2012 eine eigene Position für die Öffentlichkeitsarbeit geschaffen wurde. Der nach wie vor wichtigste Außenauftritt der ACR ist die seit 2002 jährlich veranstaltetet Enquete, in deren Rahmen die Exzellenz des ACR-Netzwerkes der Öffentlichkeit in Form der ACR-Preise präsentiert wird.

Wenn es die ACR nicht gäbe, müsste sie erfunden werden

"Sowohl aus dem 2014 veröffentlichten Buch zur Geschichte der Kooperativen Forschung in Österreich, als auch von Insidern des NIS in Österreich und aus den Erfahrungen der vielen Studienreisen kann ich für die Struktur in Österreich festhalten: Wenn es die ACR nicht schon seit 1954 gäbe, so sollte sie im Sinne und zur Unterstützung der österreichischen kleinstrukturierten Wirtschaft "NEU" erfunden werden", zieht Hans Jäger seine Schlussfolgerung.

Für die Zukunft wünscht er sich, dass die angewandte Forschung als gleichwertige Säule neben der Grundlagenforschung anerkannt ist und sich das auch in der Mittelverteilung niederschlägt. Der ACR wünscht er, dass ihre Leistungen eine noch stärkere Anerkennung durch die Stakeholder erfahren - als Garant dafür, dass bei den Kunden der ACR-Institute noch mehr Innovationen entstehen können und dadurch der Output der eingesetzten Fördermittel sichtbar wird.

Neue Geschäftsführung

Am 1. Juli erfolgt die Staffelübergabe. Mit Sonja Sheikh übernimmt erstmals eine Frau die Geschäfte des Forschungsnetzwerks und hat sich zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit der ACR im Innovationssystem noch weiter zu erhöhen und stärker auf die Bedeutung der angewandten Forschung für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes hinzuweisen. Sie kennt die ACR seit vielen Jahren, so war sie die letzten 20 Jahre beim ACR-Institut KMU Forschung Austria tätig, zuletzt als stellvertretende Direktorin. Dort beschäftigte sie sich mit der Evaluierung von Projekten, Programmen und Institutionen der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik. Darüber hinaus war sie regelmäßig eingebunden in Evaluierungen im Bereich der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Sie kennt daher nicht nur das ACR-Netzwerk von innen, sie ist auch bestens vertraut mit der FTI-Landschaft in Österreich. Sonja Sheikh studierte Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen in Deutschland, wo sie auch als wissenschaftliche Tutorin am Institut für Statistik und Ökonometrie tätig war, 1999 promovierte sie im Bereich der Volkswirtschaftstheorie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Nicht nur Sonja Sheikh ist neu im Leitungsteam der ACR, als stellvertretende Geschäftsführerin wird ab Juli Rita Kremsner fungieren, die seit 2016 für die Öffentlichkeitsarbeit der ACR verantwortlich ist. Darüber hinaus verstärkt seit März 2019 Christian Pichler-Rohrhofer die ACR-Geschäftsstelle im Bereich der Forschungskoordination.

www.acr.ac.at

Rückfragehinweis:
ACR - Austrian Cooperative Research 
Vereinigung der Kooperativen Forschungseinrichtungen der österreichischen Wirtschaft 
Sensengasse 1, 1090 Wien Tel. +43 1 2198573 Web: www.acr.ac.at Mail: office@acr.ac.at
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