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Heute: Podiumsdiskussion zu Krise und Reform des Euroraums

27.06.2019

Der Euro ist, nach dem Dollar, die wichtigste Weltwährung, die Zustimmung zur gemeinsamen Währung in der Bevölkerung ungebrochen hoch. Auch die "Eurokrise" wurde mit neu geschaffenen Rettungsinstrumenten überstanden. Ist der Euro also eine Erfolgsgeschichte? Und welche Reformen sind nötig, damit das auch in Zukunft so bleibt? Darüber diskutiert heute, am 27. Juni, ein hochkarätig besetztes Podium mit Agnès Bénassy-Quéré, Klaus Regling, Elke König und Josef Zechner an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Die Einführung des Euro und der Währungsunion vor über 20 Jahren war eine der ambitioniertesten Maßnahmen der europäischen Integration. Inzwischen ist der Euro Zahlungsmittel in 19 Staaten der EU. Zumeist wird der Euroraum als Erfolgsgeschichte gesehen, auch Österreich zählt laut Ökonom/innen zu den Euro-Gewinnern. Dementsprechend hoch ist die Zustimmung zur Gemeinschaftswährung: Drei Viertel der österreichischen Bevölkerung sind mit dem Euro zufrieden, so das Ergebnis einer Umfrage der Oesterreichischen Nationalbank vom Dezember 2018. Doch die sogenannte "Eurokrise" vor wenigen Jahren hat auch gezeigt, dass der Euroraum sich weiter entwickeln muss, um zukunftsfit zu bleiben. Es herrscht breite Übereinstimmung, dass Reformschritte notwendig sind - doch welche genau? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Eine Podiumsdiskussion an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) greift am heutigen 27. Juni diese Frage mit internationalen Gästen auf:

Agnès Bénassy-Quéré ist Ökonomin an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne sowie an der Paris School of Economics. Sie plädiert für Reformen in den Bereichen Banken, Finanzmärkte, Steuer- und makroökonomischer Politik sowie für eine Risikoteilung zwischen den Mitgliedsstaaten.

Klaus Regling ist geschäftsführender Direktor des EFSF ("Euro-Rettungsschirm") sowie des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus). Ihm zufolge würden eine europäische Einlagensicherung und eine fiskalische Kapazität zur makroökonomischen Stabilisierung den Währungsraum noch krisensicherer machen.

Die Ökonomin Elke König ist Exekutivdirektorin der 2014 gegründeten einheitlichen Abwicklungsbehörde (SRB) des einheitlichen europäischen Bankenabwicklungsmechanismus (SRM). Sie fordert eine fiskalische Letztsicherung, eine europäische Einlagensicherung und eine Harmonisierung der nationalen Insolvenzgesetze, um die Bankenunion zu vollenden.

Josef Zechner ist Ökonom an der Wirtschaftsuniversität Wien und Mitglied der ÖAW. Er sieht in der Größe des Bankensektors und dessen Verflechtung mit den Mitgliedsstaaten eine zentrale Herausforderung und befürwortet eine Minimierung systemischer Risiken, unter anderem durch Schaffung eines "Safe Asset" und eines stärker diversifizierten Finanzsystems. Mehr dazu ist in einem Vorab-Interview auf der ÖAW-Website zu lesen.

Einleitende Worte zum Auftakt der Diskussion spricht Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, moderiert wird die Debatte vom ÖAW-Mitglied und designierten Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann.

Podiumsdiskussion: Der Euroraum. Struktur, Herausforderungen und Lösungen.

Zeit: Donnerstag, 27. Juni 2019, 18:00 Uhr

Ort: Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Der Eintritt ist frei. Um unverbindliche Anmeldung wird gebeten unter:

https://www.oeaw.ac.at/anmeldung/der-euroraum/

Mehr zum Thema:

"Staaten sollten pleite gehen können", sagt der Ökonom Josef Zechner. Denn die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Euroländer spielt eine zentrale Rolle für die Krisenfestigkeit des Euroraums. Welche Reformen für dessen Stabilität wichtig sind, erklärt Zechner im Interview.

Interview mit Josef Zechner

Quelle: ÖAW

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