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Industrie zu Alpbacher Technologiegesprächen: Österreich braucht eine Technologieoffensive

22.08.2019

"Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft sind die Basis für die hohe Lebensqualität und breiten Wohlstand in unserem Land. Daher müssen wir heute alles dafür tun, um diese zu erhalten und auszubauen. Dazu braucht es neben dem Bekenntnis zu einem attraktiven, erfolgreichen Forschungs- und Innovationsstandort auch konkrete Umsetzungsschritte – FTI-Politik muss in der nächsten Regierung Chefsache sein", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, am heutigen Donnerstag bei den Alpbacher Technologiegesprächen.

F&E-Budgets durch ambitionierten Wachstumspfad jährlich erhöhen und damit angewandte F&E und Grundlagenforschung nachhaltig weiterentwickeln

Als "positives Signal und ersten Schritt" für den Innovationsstandort bezeichnete Neumayer den aktuellen Entwurf für das Forschungsrahmengesetz. Klar sei aber auch, dass aus diesem so schnell wie möglich ein Forschungsfinanzierungsgesetz werden muss. "Um den rotweißroten F&E-Turbo zu zünden, müssen die F&E-Budgets, insbesondere für angewandte Forschung und Entwicklung, um sieben bis zehn Prozent jährlich angehoben werden", forderte der IV-Generalsekretär einen ambitionierten Wachstumspfad für das künftige Gesetz in der nächsten Legislaturperiode. Denn wichtige und gut evaluierte F&E-Projekte der angewandten Forschung könnten derzeit wegen Budgetmangels nicht umgesetzt werden: "Damit vergeben wir wertvolle Chancen", kritisierte Neumayer, "Österreich braucht eine Technologieoffensive."

"Nur jene Standorte, die auf Zukunfts- und Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Nanotechnologien oder Robotics setzen, werden die Bewältigung der großen Herausforderungen mitgestalten und auch beeinflussen können. Wir brauchen für unsere Unternehmen auch auf europäischer Ebene ein starkes Bekenntnis", so der IV-Generalsekretär. Die Industrie fordert daher ein ambitioniertes Budget für das zukünftige EU-Forschungsrahmenprogramm mit stärkerem Fokus auf industrielle Kernthemen als bisher, um Technologieentwicklungen in Österreich voranbringen zu können.

Unternehmen als Träger des Innovationssystems weiter stärken

"Unternehmen stehen für zwei Drittel aller F&E-Investitionen und zeichnen sich durch eine hohe Innovationsdynamik und hohe Exportquoten aus", verwies Neumayer auf die zentrale Rolle, die Betriebe für Österreichs Innovationskraft einnehmen. Vor allem internationale Leitbetriebe fungierten als FTI-Lokomotiven mit einer Schrittmacherfunktion für ihr Kooperationsumfeld aus Klein- und Mittelbetrieben, Hochschulen sowie Start-ups. Als "völlige Themenverfehlung" bezeichnete der IV-Generalsekretär daher auch die wiederkehrenden Diskussionen über die Forschungsprämie.

"Mit einem klugen Mix an direkter und indirekter Forschungsförderung fährt der FTI-Standort grundsätzlich gut. Gerade die Forschungsprämie hat sich als handfester Standortvorteil erwiesen, von dem Österreich massiv profitiert hat", so Neumayer. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe eindeutig gezeigt, dass dieses Instrument als entscheidender Impuls für wichtige Großinvestitionen von heimischen Industriebetrieben gewirkt hat, wodurch auch ihre Netzwerke aus KMU und Hochschulen enorm profitieren konnten. Ebenso sei die Zahl höherqualifizierter Arbeitsplätze seit Einführung der Forschungsprämie deutlich gestiegen, die Unternehmen aller Größen gleichermaßen offensteht. "Dieses Alleinstellungsmerkmal darf nicht gefährdet werden, denn das könnte für den F&E-Standort Österreich fatale Folgen haben", so der IV-Generalsekretär.

Mit ambitionierten Zielen Österreich aus dem Mittelfeld an die Innovationsspitze katapultieren

"Österreich aus dem Mittelfeld an die Innovationsspitze zu katapultieren – so muss das gemeinsame Ziel aller FTI-Akteure in unserem Land lauten. Für diese Kraftanstrengung müssen wir an Dynamik zulegen, einen Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern herausarbeiten". Daher brauche es eine mutige neue FTI-Strategie mit messbaren Zielen. Konkret fordert die Industrie eine Anhebung der Forschungsquote bis 2030 auf mindestens vier Prozent des BIP. Klar müsse sein, dass die investierten Mittel effizient und im Sinne einer Erhöhung des Outputs eingesetzt werden müssen.

In diesem Sinne plädiert die IV auch die geplante Exzellenzinitiative zu nützen, um die Grundlagenforschung wettbewerbsorientierter zu gestalten, Hochschulen stärker forschungsgetrieben auszurichten und den Output im Sinne von Technologietransfer in Richtung Wirtschaft maßgeblich zu erhöhen. Voraussetzung dafür sei eine stärkere Profilbildung der Universitätsstandorte, mehr Anreize zur Drittmitteleinwerbung sowie eine stärkere Verankerung des Kooperations- und Transfergedankens. "Als ein konkretes Ziel schlägt die Industrie vor, dass bis 2030 zumindest drei der österreichischen Universitäten unter den weltweiten Top-100-Hochschulen gereiht sein sollten. Ebenso wichtig ist die Sicherung des Innovationsnachwuchses. Wir müssen bis 2022 die Weichen stellen, um die Anzahl der Technik-Absolventinnen und -Absolventen aus HTL, Fachhochschulen und Universitäten mittelfristig um 20 Prozent zu erhöhen", so Neumayer abschließend.

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