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Irans Justiz lehnt Freilassung von französischen Wissenschaftern ab

11.12.2019

Die iranische Justiz hat einen Antrag auf Freilassung der beiden seit Juni inhaftierten französischen Wissenschafter Fariba Adelkhah und Roland Marchal abgelehnt. Ein Richter habe zwar dem Antrag auf Freilassung gegen Kaution zugestimmt, doch habe die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, sagte der Anwalt der Forscher, Said Dehghan, vor Journalisten.

Nun müsse das Teheraner Revolutionsgericht in dem Fall entscheiden. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte am Dienstag anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte erneut die sofortige Freilassung der beiden Wissenschafter gefordert und ihren Verbleib in Haft als "nicht hinnehmbar" kritisiert. Die französisch-iranische Anthropologin Adelkhah ist für ihre Arbeit zum schiitischen Islam bekannt und befand sich seit mehreren Monaten zur Feldforschung im Iran, als sie Anfang Juni festgenommen wurde.

Ihr Kollege und Freund Marchal, der am selben Forschungsinstitut in Paris arbeitet und auf Konflikte in Afrika spezialisiert ist, wollte sie in Teheran besuchen. Er wurde jedoch bei seiner Ankunft festgenommen. Während Adelkhah Spionage vorgeworfen wird, wird Marchal der "Verschwörung gegen die nationale Sicherheit" verdächtigt. Da der Iran die doppelte Staatsbürgerschaft nicht anerkennt, haben französische Diplomaten keinen Zugang zu Adelkhah.

Die Pariser Stadtverwaltung startete am Dienstag eine Solidaritätskampagne und hängte die Porträts der beiden Wissenschafter vor dem Rathaus auf. Im Iran sind derzeit eine ganze Reihe westlicher Forscher inhaftiert. Am Samstag ließ Teheran den seit 2016 unter Spionagevorwürfen inhaftierten US-Historiker Xiyue Wang frei. Der Doktorand wurde gegen den in den USA inhaftierten iranischen Forscher Massud Soleimani ausgetauscht.

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