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Land Burgenland sieht Coronakrise als Chance für den Klimaschutz

20.05.2020

Das Land Burgenland sieht in der Coronakrise auch eine Chance für den Klimaschutz. "Der Shutdown hat kurzfristig gezeigt, was alles möglich ist", betonte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ) bei einer Pressekonferenz. Verkehr und Emissionen hätten sich stark reduziert, zudem habe sich sozialer Zusammenhalt gezeigt. Diese Dinge könne man für die Zukunft mitnehmen.

"Den sozialen Zusammenhalt, der in der Krise deutlich geworden ist, werden wir auch für den Klimaschutz brauchen. Jeder Einzelne kann zur Problemlösung beitragen", sagte Eisenkopf. Insbesondere beim Verkehr sei deutlich geworden, dass es "kein Nachteil ist, weniger mit dem Auto unterwegs zu sein". Das Home-Office habe gezeigt, dass das "teure und lästige Pendeln nicht immer notwendig" sei, so Eisenkopf.

Auch in der Luft habe sich der Lockdown im Burgenland bemerkbar gemacht. Die Stickstoffdioxid-Emissionen hätten sich um circa 15 Prozent reduziert. Das sei ein Bereich, an dem man bereits seit Jahren arbeite. "Von März 2015 bis 2020 konnten wir den Wert um 40 Prozent senken", betonte Eisenkopf.

Klimaschutz-Maßnahmen werden umgesetzt

In Zeiten der Coronakrise sei der Klimaschutz teilweise jedoch auch in den Hintergrund gedrängt worden. Im Burgenland sollen aber alle Klimaschutz-Maßnahmen aus dem Regierungsprogramm unverändert umgesetzt werden. "Es wird zu keinen Verzögerungen kommen", sagte Eisenkopf. Laufende Projekte sind unter anderem der Ausstieg aus Ölheizungen, der Ausbau von Windenergie, Photovoltaik und E-Mobilität sowie Unterstützungen für Gemeinden bei klimafreundlichen Projekten. Auch Dienstreisen sollen "durch digitale Lösungen" ersetzt werden.

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb betonte, dass die Krise gezeigt habe, "wie bereit die Bevölkerung ist, mitzugehen, wenn die Politik mutige Entscheidungen trifft und sie entsprechend erklärt". Das könne man auch für den Klimaschutz mitnehmen. Die Rückgänge bei den Emissionen seien allerdings nicht das Resultat von strukturellen Veränderungen, sondern vom kurzfristigen Shutdown. "Wenn diese nicht zu strukturellen Veränderungen werden, bringt es in Wirklichkeit nichts", sagte sie.

Eine Chance sei, dass eine Menge Geld in die Hand genommen werde, "wie das vorher undenkbar war". Damit dürfe nun nicht nur die Wirtschaft angekurbelt werden, ohne auf den Klimaschutz zu achten. "Das muss Hand in Hand gehen", sagte Kromp-Kolb.

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