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Mahrer: "Die Republik kann sich keinen Plan B leisten" © APA (OTS/WKÖ/DMC)
Mahrer: "Die Republik kann sich keinen Plan B leisten" © APA (OTS/WKÖ/DMC)

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Mahrer fordert umfassende Innovationsstrategie für Österreich

10.04.2019

Österreich soll bei der Innovationskraft einen Platz an der "Weltspitze ohne Wenn und Aber" einnehmen. Das wünscht sich der Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ), Harald Mahrer. "Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und es geht um Zukunftswachstum", sagte Mahrer bei der Präsentation der Innovationsstrategie der WKÖ.

Die Innovationskraft verschiebe sich derzeit zunehmend nach Asien, vor allem nach China und Indien. Um nicht hinter diese neu heranwachsenden Großmächte zurückzufallen, brauche Österreich eine umfassende Innovationsstrategie. "Die Republik kann sich keinen Plan B leisten," so Mahrer. So müssten vor allem die angewandte Forschung und Entwicklung in heimischen Unternehmen gestärkt und die Rahmenbedingungen für Innovation verbessert werden. Ein Budget oder ein genauen Zeitplan für die Umsetzung der Strategie nannte der WKÖ-Chef nicht.

Zur Stärkung der Unternehmen plant die WKÖ den Aufbau eines Netzwerks, "Innovationsradar" genannt, in dem sich große Konzerne und KMU gleichermaßen zu Innovationen informieren und austauschen können sollen. Zudem soll die Forschungsprämie, welche derzeit bei 14 Prozent liegt, erhalten bleiben - aber besser für kleine und mittelständische Unternehmen zugänglich gemacht werden, sagte Mahrer. Wie heuer Anfang Februar bekannt wurde, geht die Forschungsprämie in Österreich derzeit zu fast 90 Prozent an Großkonzerne.

Weiters sprach sich Mahrer für einen Beteiligungsfreibetrag für Start-up-Investoren aus. Dies wäre ein Anreiz, um mehr Risikokapital für die Start-up-Branche nach Österreich zu bringen. Wie hoch der Freibetrag sein soll, sagte Mahrer nicht. Von der Jungen Wirtschaft (JW) wurde aber im Jänner ein über fünf Jahre verteilt absetzbarer Freibetrag von 100.000 Euro vorgeschlagen.

"Innovationszonen" und Förderungsfonds für "Moonshot-Initiativen"

Zudem plädierte der WKÖ-Präsident für einen Förderungsfonds für "Moonshot-Initiativen". Bei solchen Initiativen werden Expertengruppen gefördert, die potenziell radikale Innovationen hervorbringen könnten, ohne den Experten jedoch eine klare Zielvorgabe zu machen. Derartige Projekte hätten in den USA bereits gute Erfolge gebracht, so Mahrer. Konkrete Gespräche diesbezüglich gebe es in Österreich aber bisher noch nicht. Der Fonds müsse jedoch in jedem Fall im privaten und nicht im öffentlichen Sektor angesiedelt werden.

Um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern will die WKÖ außerdem "Innovationszonen" einführen. So sollen sich bestimmte Regionen auf einen Innovationszweig konzentrieren und damit zu "Hotspots" entwickeln. So wäre Salzburg an einer Tourismus-Innovationszone interessiert, führte Mahrer als Beispiel an. Für diese Zonen könnten dann auch gesonderte, "innovationsfreundliche Regulatorien" gelten, heißt es in dem schriftlichen Papier zur Strategie.

Schließlich müsse intensiv in die Ausbildung junger Leute investiert werden, sagte Mahrer weiter. Ihm schwebt dabei ein "Netflix für digitale Bildung" vor, bei dem jeder Bürger ein "Bildungskonto" hat und alle Bildungsinhalte frei und auf einer Plattform gebündelt zur Verfügung stehen. Derartige Pläne lägen jedoch noch in etwas fernerer Zukunft.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) schloss sich in einer Aussendung den Innovations-Zielen der WKÖ an: "Unser klares Ziel ist es, dass Österreich in den nächsten Jahren von der Gruppe der Strong Innovators zum Innovation-Leader aufsteigt und damit einer der innovativsten Staaten in Europa wird", so Schramböck.

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