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Bestehende Bewertungsmodi sollen weiter ausdifferenziert werden © APA
Bestehende Bewertungsmodi sollen weiter ausdifferenziert werden © APA

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ÖAW stellte "Preisfrage" zur Bewertbarkeit von Forschung

17.04.2019

"Ist gesellschaftliche Relevanz von Forschung bewertbar? Und wenn ja, wie?" Diese öffentliche Preisfrage wurde 2018 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gestellt. Den ersten Preis und damit 12.000 Euro für den besten Essay zum Thema sicherten sich nun drei deutsche Soziologen, teilte die ÖAW in einer Aussendung mit.

Die Antworten der insgesamt drei preisgekrönten Arbeiten lässt sich in Kürze mit "Irgendwie schon, es ist aber nicht einfach" zusammenfassen. Die Siegerarbeit von Julian Hamann (Uni Hannover), David Kaldewey und Julia Schubert (beide Uni Bonn) plädiert etwa für eine Vielzahl von Bewertungsverfahren. Die Pluralisierung der Bewertungsmöglichkeiten dürfe nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung verstanden werden.

Bestehende Bewertungsmodi sollen demnach weiter ausdifferenziert werden. Weiters ginge es darum, "jede universelle und allgemein verbindliche Anwendung von Bewertungsmodi und Bewertungsverfahren zu unterlaufen, um stattdessen fallabhängig nur die jeweils angemessenen Relevanzbegriffe und -kriterien produktiv werden zu lassen". In einer idealen Welt hätten Wissenschafter dann die Möglichkeit, die eigene Forschung vor dem Horizont einer Vielfalt von Bewertungsverfahren zu spiegeln und zu verantworten. Zugleich hätten sie "die Freiheit, Relevanzbegriffe und Relevanzkriterien immer dann zu ignorieren, wenn sie sich nicht als produktiv für die eigene Forschung erweisen".

Mit dem Bewerb will die ÖAW an eine lange Tradition von Wissenschaftsakademien anschließen, "die seit dem 18. Jahrhundert in dieser Form Antworten auf ungelöste wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen gesucht haben". Insgesamt gab es 100 Beiträge von knapp 130 Personen.

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