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Aktuell forscht Fehr daran, wie sich Präferenzen von Menschen bilden © APA (Punz)
Aktuell forscht Fehr daran, wie sich Präferenzen von Menschen bilden © APA (Punz)

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Ökonom Ernst Fehr mit Oskar-Morgenstern-Medaille ausgezeichnet

06.09.2017

Der österreichische Ökonom Ernst Fehr wurde mit der Oskar-Morgenstern-Medaille der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien ausgezeichnet. Der an der Uni Zürich tätige Wirtschaftswissenschafter erhielt die Ehrung im Rahmen der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik in Wien für seine "großartigen Forschungsleistungen in der Verhaltens- und Neuroökonomie".

Fehr habe mit seinen Forschungsleistungen im Bereich Verhaltensökonomie, insbesondere mit seiner Kritik am "homo oeconomicus", dazu beigetragen, die Übermathematisierung der Wirtschaftswissenschaften etwas zurückzudrängen, erklärte der Rektor der Uni Wien, Heinz Engl, in seiner Laudatio.

"Fehr beschäftigt sich mit Fragen von höchster praktischer Relevanz", sagte Jean-Robert Tyran, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien. In seinem aktuellen Schaffenszyklus sei dies die Frage, wie sich die Präferenzen von Menschen bilden und wie sie durch die Gesellschaft beeinflusst werden.

Neurobiologische Grundlagen sozialen Verhaltens erforscht

Der am 21. Juni 1956 in Hard (Bezirk Bregenz) geborene Fehr hat umfangreiche Untersuchungen über die Auswirkungen sozialer Motivationen auf die Kooperationsbereitschaft von Menschen durchgeführt und erforscht die neurobiologischen Grundlagen des sozialen und wirtschaftlichen Verhaltens. Dabei kombiniert er spieltheoretische und experimentelle Methoden. Er forscht und lehrt seit 1994 an der Uni Zürich.

Fehr fühlte sich durch die Auszeichnung "unglaublich geehrt". Als er mit experimenteller Ökonomie und Neuroökonomie angefangen habe, konnte man damit nicht Karriere machen. "Mir war der Mainstream immer zu langweilig", gestand der Wissenschafter, deshalb habe er versucht, neue Wege zu gehen. "Man muss nicht ausgefahrene Pfade betreten, um etwas zu werden", sagte er in Hinblick auf die anwesenden Nachwuchswissenschafter.

Die nach dem österreichisch-amerikanischen Ökonomen Oskar Morgenstern (1902-1977) benannte Auszeichnung wurde bisher an die beiden US-Wirtschaftsnobelpreisträger Roger Myerson (2013) und Robert Engle (2015) verliehen.

Fehr wird am 6. September bei der für Schüler und Studienanfänger gedachten Veranstaltung "Faszination Wirtschaftswissenschaften" genau zu diesem Thema sprechen.

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