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Großteil der Österreicher nicht an Wissenschaft interessiert © APA
Großteil der Österreicher nicht an Wissenschaft interessiert © APA

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RH: Ministerien fehlt gemeinsame Strategie zu Bewerbung von Forschung

11.10.2019

Zwischen 2013 und 2017 haben Wissenschafts-, Wirtschafts- und Infrastrukturministerium 61,84 Millionen Euro für Projekte und Maßnahmen ausgegeben, die in der Bevölkerung ein breiteres Bewusstsein für Wissenschaft und Forschung schaffen sollen. Dabei gab es allerdings "keine expliziten oder gemeinsamen Strategien", kritisiert der Rechnungshof (RH) in einem veröffentlichten Bericht.

Dadurch wurden die Nutzung von Synergien und die koordinierte Abwicklung von Kampagnen erschwert: So rief das damalige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft 2015 zum "Jahr der Forschung" aus, ohne sich mit dem Infrastrukturministerium abzustimmen. Bedarf an Forschungs- und Wissenschaftskommunikation gibt es dem Bericht zufolge allerdings genug: Laut einer Umfrage der Europäischen Kommission fühlten sich 2013 in Österreich zwei Drittel nicht über Wissenschaft informiert, 55 Prozent hatten außerdem kein Interesse daran.

Rund 19 Millionen Euro gaben die Ministerien in den fünf untersuchten Jahren für Medienkooperationen mit Agenturen, Tageszeitungen und (Fach-)Magazinen aus. Fast drei Viertel der Summe entfielen auf direkte Beauftragungen in Tageszeitungen und Magazinen, zahlreiche dieser Kooperationen kamen zudem aufgrund von Initiativen und Angeboten von Medienunternehmen zustande. Zielvorgaben, Reichweitenanalysen oder Evaluierungen der Medienunternehmen gab es allerdings nicht. Außerdem war für den RH "ein Zusammenhang zwischen Mitteleinsatz und Reichweite entsprechend den Zielgruppen nicht immer nachvollziehbar".

RH empfiehlt bessere Koordination und Zieldefinierung

Für die Zukunft empfiehlt der RH den Ministerien, bei Medienkooperationen und Inseraten Ziele zu definieren und sich an den Reichweiten in den Zielgruppen zu orientieren. Außerdem sollen die Ressorts bei der Forschungs- und Wissenschaftskommunikation vermehrt auf digitale Medien setzen - am besten im Rahmen von Kampagnen - und die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen zu evaluieren. Die bisherige Kommunikation auf Internetseiten und in Sozialen Medien wie Facebook und Twitter bekommt vom RH allerdings auch kein gutes Zeugnis: Die Websites seien zum Teil nicht aktuell oder deren Links fehlerhaft.

Lob gibt es vom RH dafür für Programme der Ministerien wie die Kinderunis, "Sparkling Science", "Jugend Innovativ" oder die "Lange Nacht der Forschung". Er empfiehlt den Ministerien deshalb auch, anstelle von Medienkooperationen und Inseraten vermehrt auf Programme zu setzen, bei denen es strategische Ziele, Qualitätskontrolle und Evaluierungen gibt.

Service: RH-Bericht zu Forschungs- und Wissenschaftskommunikation: http://go.apa.at/TtQtcOKE

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